Anton Landgraf: Bis hierher und immer weiter
Edition Tiamat, Berlin 2024, 216 Seiten, Softcover.
Ob es um »New Work« und die naiven Glücksversprechen der digitalen Bohéme ging, um prekäre Lebens- und Arbeitsformen, um Klassismus, um Nationalismen aller Coleur, um links- und rechtspopulistische Stimmungsmache, um Anti-Europäer, um die von ihm analysierte und kritisierte deutsche Austeritätspolitik, die restriktive europäische Einwanderungs- und Asylpolitik, um linken Antisemitismus, um tradierte Ressentiments gegen »Amerika« oder um die Ideale antiimperialistischer Gruppen: Anton Landgraf hat in kurzen, oft lakonischen Texten eruiert, was man heute unter einer progressiven, emanzipatorischen Politik verstehen könnte. Er kam aus der antiautoritären Linken, zog aber eingefahrene linke Analysemuster und Affekte zunehmend in Zweifel.
Anton Landgraf war ein präziser Kritiker mit Kaffeetasse in der Hand statt mit Peitsche oder Pamphlet. Der vorliegende Band versammelt eine Auswahl seiner Texte, vorgestellt und eingeordnet von seinen Weggefährten und Kollegen. So ist dieses Buch viel mehr als ein Best-of.
Mit Beiträgen von Stefan Wirner, Markus Bickel, Wolf-Dieter Vogel, Isabel Enzenbach, Sabine Küper-Büsch, Carmen Gräf, Jürgen Kiontke, Heike Runge u.a