Rimini Protokoll

Christine Wahl (Hg.) - Rimini Protokoll. welt proben

Alexander Verlag 2021, 184 S., Broschur

Beschreibung

Vom Callcenter-Angestellten bis zu Modelleisenbahnfans, von der Bundestagsdebatte bis zur Weltklimakonferenz: Seit über 20 Jahren holt das Regiekollektiv Rimini Protokoll einerseits die Wirklichkeit auf die Bühne und spürt andererseits die Inszenierungsstrategien in der Realität selbst auf. Das Buch präsentiert die international gefeierte Gruppe, die mit ihrer Erfindung des »Expertentheaters« die Bühnenwelt revolutioniert hat. Es beleuchtet die Arbeitsweise und beschreibt die Vielfalt ihrer dramturgisch raffiniert gebauten Theaterformate, in denen selbst eine Aktionsversammlung zum klassischen Fünfakter werden kann. Von ihrer Berliner Basis aus arbeitet die Gruppe weltweit gleichermaßen erfolgreich an Stadt- und Staatstheatern wie in der freien Szene und an  theaterfremden Orten; ihre vielfach ausgezeichneten Formate reichen, über die Bühnen-Abende hinaus, von inszenierten Stadttouren über Installationen und Versammlungen in öffentlichen Räumen bis zu Hörspielen.

Inhaltlich und ästhetisch begründete das Regiekollektiv Rimini Protokoll mit dem »Expertentheater« ein eigenes Genre, das der Bühnenkunst einen Paradigmenwechsel beschert und insbesondere die freie Szene revolutioniert hat: Die  Gruppe arbeitet vor allem mit Personen, die für das Thema der jeweiligen Inszenierung eine berufliche oder anderweitige persönliche Expertise mitbringen. Gleichwohl liegt darin nur ein Aspekt der Rimini’schen Innovation. Im gleichen Maß, in dem das Kollektiv die gesellschaftliche Wirklichkeit in  Theaterformate übersetzt, spürt es umgekehrt auch den Inszenierungscharakter in der Realität selbst auf: die Rollenspiele in Gerichtsprozessen, die Rituale in Versammlungen oder die Repräsentationssymbolik in öffentlichen Räumen und Gebäuden. Häufig werden die Orte dabei selbst  zu Protagonisten, die Rolle des Publikums wird anders gedacht, und auch hinsichtlich des Einsatzes neuester Techniken – nicht als Selbstzweck, sondern als dramaturgisches Gestaltungsprinzip – präsentiert sich das
Rimini-Theater buchstäblich auf der Höhe der Zeit.

Mit einem einführenden Essay von Christine Wahl, Interviews mit Rimini Protokoll von Barbara Ehnes, Matthias Lilienthal und Kee Hong Low, zahlreichen farbigen Abbildungen und einem Werkverzeichnis.

Eine Publikationsreihe der Kunststiftung NRW im Alexander Verlag Berlin.

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