Jabotinsky Kriegsfront

Vladimir Ze’ev Jabotinsky - Die jüdische Kriegsfront

Ça Ira Verlag Freiburg i.Br. 2021, 256 S., kartoniert

Beschreibung

Dieses 1940, kurz nach dem Tod des Autors, erschienene Buch, liegt erstmals in deutscher Übersetzung vor. Das Buch schließt eine Lücke in der Bewertung des Zionismus, kurz bevor die Shoah begann. Jabotinsky versucht Anfang 1940 in diesem seinem letzten und posthum publizierten Buch – noch im selben Jahr unter dem Titel The Jewish War Front (2. Aufl. 1942 mit dem Titel The War and the Jew) erschienen – die Situation zu umreißen, wie sie sich für den Zionismus in und nach dem eben begonnenen Krieg darstellen werde. Er nimmt zwar bereits den Beginn der Vernichtung der Juden in Polen wahr, spricht von »systematischer Vernichtung«, es entzieht sich aber selbst ihm – und das nach all den Erfahrungen, die er seit seiner Jugend von Verfolgung und Pogromen gemacht hatte – die Möglichkeit zu denken, dass die gerade stattfindenden Deportationen tatsächlich zum Zweck der totalen Vernichtung erfolgen sollten.

Als Konsequenz des Kriegs sieht er darum Millionen polnischer Juden in Gefahr, die nicht zu den von ihm befürchteten zahlreichen Hungertoten zählen und an den Orten der Deportation überleben würden, aber danach erneut und umso mehr der antisemitischen Todesdrohung ausgesetzt wären – so wie es die wenigen Überlebenden nach dem Zweiten Weltkrieg dann wirklich waren. Während also Jabotinsky noch den Plan einer großangelegten Evakuierung von mehreren Millionen Juden nach Palästina entwarf, konnte die Untergrundbewegung der Bricha schließlich nur noch die Fluchthilfe von einigen Hunderttausenden organisieren.

So ist dieses 1940, kurz nach dem Tod des Autors, erschienene Buch, das nicht zuletzt ausführliche Entwürfe für die Verfassung des zu gründenden zionistischen Staats enthält, die letzte Momentaufnahme des Zionismus vor der Shoah.

Aus dem Englischen von Lars Fischer | Herausgegeben von Renate Göllner, Anselm Meyer und Gerhard Scheit

Eine Rezension des Buchs findet ihr hier:

Alexander Carstiuc: »Zionismus ist die Antwort« (Jungle World, 35/September 2021)

 

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