21.08.1997

Schlanke Thai-Boxer

16 Milliarden US-Dollar haben nun IWF, Japan, Australien und andere zusammengekratzt, um den totalen Zusammenbruch der thailändischen Wirtschaft zu verhindern - nachdem die Banken Unmengen fauler Kredite nicht mehr verheimlichen konnten, die an den US-Dollar gekoppelte Landeswährung freigegeben worden war und sofort dramatisch an Wert verloren hatte. Die sogenannten Hilfen sind, wie sollte es anders sein, nicht ganz uneigennützig: Die japanischen Banken befürchten, daß auch ihre zahlreichen ungedeckten Wechsel auffliegen könnten. Damit es soweit nicht kommt, zwingen die Kreditgeber die ThailänderInnen, ihre Gürtel noch enger zu schnallen. Die Schlankheitskur fördert zwar die Beweglichkeit beim Boxen - genützt hat das bisher aber wenig: Die Landeswährung fällt und fällt und zieht auch die der Nachbarn mit. Bisher mußten schon die Stockkämpfer von den Nachbarinseln dran glauben: Vergangene Woche gab Indonesien seine Währung frei. Was als Befreiungsschlag des Diktators Suhartu gedacht war, könnte punktgenau den eigenen Solar plexus treffen: ostasiatische Kampfkunst einmal nicht im Nachtprogramm.