"We always knew that the press would kill her in the end." (Charles Earl Spencer)
So kann das gehen, wenn ganze Berufsgruppen sich geschlossen dem technischen Fortschritt verweigern. Irgendwann macht es Peng! - und dann sitzen sie allesamt blöd da.
So ist es jetzt in einem Pariser Autotunnel nicht nur den sieben verhafteten, weil eventuell am Tod von Lady Di und ihrem Dodi mitschuldigen Fotografen ergangen, sondern gleich allen ihren Kollegen.
Denn während Dodi schon tot in der Morgue und Diana noch in grave condition im Krankenhaus lag, da strahlten die Fernsehsender CNN und BBC, diejenigen eben, die journalistisch auf Draht sind (also nicht der deutsche Nachrichtensender n-tv, da gab es Börsennachrichten) - nach einem versehentlich gesendeten Telefon-Interview mit einem erst entsetzt klingenden Beobachter, der sich gleich darauf mit einem fröhlichen Hihihi als Spaßvogel enttarnte - auch schon erste Schuldzuweisungen. Die geschiedene Windsor hatte nämlich vorletzte Woche in einem Interview mit Le Monde erklärt, daß sie nur noch wegen ihrer Söhne in England bleibe, so sehr fühle sie sich von der britischen Presse gehetzt. Eine Auffassung, die einige französische Unfallbeobachter, ohne zu wissen, wer die Opfer waren, wohl unbedingt teilten, denn sie schnappten sich die Wrack-Knipser und verprügelten sie. Die Polizei nahm dann schließlich die sieben angeblichen Di-Dodi-Hetzer (sechs Franzosen plus ein Mazedonier = definitiv keine Briten) samt ihren Fotoapparaten und Filmen fest, so daß die Welt zunächst auf erschütternde Bilder warten mußte.
Dabei hatten doch erst vor wenigen Wochen cleverere Fotografen vorgemacht, wie man ohne großen Aufwand und persönliche Opfer zu den schwer gefragten Er-küßt-sie- Sie-küßt-ihn-Bildern gelangen kann. Dazu braucht man bloß einen halbwegs fähigen Computer mit einem einschlägigen Programm, ein paar nette Ausgangsfotos und schon kann man nach nur einem bißchen Üben die Personen in jede gewünschte Position, Umgebung und Situation bringen. Ein umweltfreundliches Verfahren, das lange Flug- und Autoreisen vermeidet und außerdem menschlich korrekt ist, weil die VIPs sich dann nicht mehr belästigt fühlen müssen.
Und die "Queen of hearts" könnte auch noch leben, und verzweifelte Anti-Monarchisten stünden jetzt nicht ratlos vor der Frage: "Wer bringt ab jetzt die Royal Family durcheinander?"