04.09.1997

Ein Herz für Sozi-Zocker

Ihr Herz für Sozialhilfe-EmpfängerInnen haben jetzt auch die Unternehmer entdeckt. Der Präsident der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände, Dieter Hundt, begrüßte den Plan von Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer, den Staatsknete-ZockerInnen einen höheren Zuverdienst zu erlauben. Entscheidend sei, daß vom Arbeitslohn deutlich etwas in der Haushaltskasse bleibe, meinte Hundt. Deutlich, deutlich! Aber wieviel ist das? Zwei, drei-, vierhundert Mark im Monat - sozusagen die doppelte Sozialhilfe - wären doch okay, oder? Und schwupsdiwups hast du, Hundt, in deiner Metallklitsche so einen Faulenzer für dreifuffzig die Stunde eingestellt. Blöd nur, daß so aus zwei Arbeitern Scheue geworden sind, die jetzt beim Sozialamt schnorren. Aber das braucht Dich nicht mal mehr indirekt zu tangieren, seitdem die Gemeinde sehen muß, wo sie bleibt - ohne deine Gewerbekapitalsteuer.