18.09.1997

Ratespaß mit Piëch

VW plant was. Irgend etwas, wofür der Automobilhersteller viel Geld braucht. Etwa die Übernahme von Porsche, eine Kooperation mit Chrysler oder neue Fabriken in Indien und Lateinamerika. Vielleicht auch etwas ganz anderes. Analysten und Anteilseigner konnten ihrer Phantasie freien Lauf lassen, denn außer der Ankündigung, das Kapital um sieben Milliarden Mark zu erhöhen, war bis Redaktionsschluß aus der Chefetage nichts zu erfahren. Für viele Kleinaktionäre zuviel der Aufregung: Erst beschwerten sie sich, daß die Information am Freitagnachmittag herausgegeben wurde, als sie "nicht mehr rechtzeitig" reagieren konnten, dann warfen sie am Montag ihre Anteile auf den Markt, weil sie Preisdruck und niedrigere Dividende befürchteten. Ihr Pech: Weil die Mehrheit offenbar weiter an den Erfolg von VW glaubt, legte die Aktie am Ende sogar zu. Die niedersächsische Landesregierung, der bisher 20 Prozent der Anteile gehören, blieb cool und ließ die Frage offen, ob sie das Geld auftreiben kann und will, um bei der Erhöhung mitzugehen, oder ob sie sich mit einem geringeren Einfluß auf den Konzern zufriedengeben wird.