Eigentlich hatte Opel-Chef David Hermann für Ende September ein erstes Ergebnis der Verhandlungen über einen neuen Standortvertrag für die westdeutschen Werke angekündigt - und dabei ganz konkrete Vorstellungen angedeutet, die die US-amerikanische Konzernmutter General Motors (GM) von der Verzichtbereitschaft der deutschen Autobauer überzeugen sollten. Daraus wird nun nichts, die Belegschaft spielt nicht mit und nutzt alle Ebenen des Widerstandes, die ihr zur Verfügung stehen. So mußte es im Frühjahr ein mehrtägiger Streik im Werk Bochum sein, der Hermann daran hinderte, außertarifliche Prämien und Zulagen in einem Rutsch zu streichen und damit die Einkommen um knapp ein Drittel zu reduzieren.
In der vergangenen Woche reichte erst einmal eine Einstweilige Verfügung des Arbeitsgerichtes Darmstadt, als GM eine Untersuchungsgruppe nach Rüsselsheim schickte, um dort nach Einsparpotentialen zu forschen - Hermann hatte eine Betriebsvereinbarung übergangen, nach der der Betriebsrat über die Ziele einer solchen Untersuchung unterrichtet werden muß und eigene Vorschläge machen darf. "Zu glauben, daß GM nach diesem Gerichtsentscheid von dem Plan abläßt, wäre aber Illusion", erklärte Gesamtbetriebsratschef Rudolf Müller. Da müßten sich die Beschäftigten "noch einiges überlegen".