Was Krupp in Essen, sind wir im Trinken - dieser Satz wird in Zukunft lauten müssen: Was Krupp in Thyssen, sind ... beziehungsweise: Was Krupp-Thyssen in ... Egal. Jedenfalls haben die beiden Stahlgiganten jetzt, nachdem eine feindliche Übernahme gescheitert und eine Kooperation im Stahlsektor bereits vereinbart war, die Vollfusion beschlossen (Jungle World, 39/97). Die Aktiennotierungen beider Konzerne tendierten auf diese Ankündigung hin freundlich, weil mit der Fusion ein erneuter Arbeitsplatzabbau und also eine Effizienzsteigerung zu erwarten ist. Shareholder Value lautet der zugehörige Euphemismus. Allerdings, so ist zu hören, werde die Zahl der wegrationalisierten Arbeitsplätze hinter dem bereits erfolgten Abbau zurückbleiben, so daß es keinen Grund zur Aufregung gebe. Wie mal jemand in ganz anderem Zusammenhang bemerkt hat: Sie drehen das Wasser in der Badewanne so langsam heißer, daß man nicht weiß, wann man schreien soll.