13.11.1997

Reiche 2000

Daß die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden werden - das wissen nicht nur Robin Hood und Spiegel, sondern das hat jetzt auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) höchstwissenschaftlich belegt. Immerhin hat der ideelle Gesamtbundesbürger rund 4,6 Billionen Mark auf der hohen Kante - als Spar- und Bauspareinlagen, Wertpapiere oder Lebensversicherungen. Allerdings: Die Verteilung ist höchst unterschiedlich. Ein Fakt, der sich aber nur grob belegen läßt, da derartige Daten nur unzureichend erhoben werden. Die aktuellsten Daten zur Streung der Vermögen enthält die Einkommensstichprobe von 1993 - diese erfaßt allerdings nur Haushalte mit einem monatlichen Einkommen bis zu 35 000 Mark, ignoriert also rücksichtsvoll die Superreichen. 40 Prozent der Geldvermögen, so das DIW, werden damit nicht erfaßt. Das unterste Zehntel der Haushalte besaß höchstens 4 000 Mark, die wohlhabensten sechs Prozent der erfaßten Haushalte nannten Rücklagen von mehr als 200 000 Mark ihr eigen, ihnen gehörte knapp ein Drittel des Gesamtvermögens. Neidisch sind wir, die tapferen Jungle-Kämpferinnen und -Kämpfer, jedenfalls nicht: Lieber arm, gesund und sexy als reich, fit und schön!