Bundesfinanzminister Theo Waigel geht von einer Neuverschuldung des Bundeshaushalts von 64,6 Milliarden Mark für 1997 aus, 6,3 Milliarden weniger als ursprünglich angenommen. Insgesamt war in der Etat-Planung vom November letzten Jahres ein gesamtgesellschaftliches Defizit von etwa 110 Mrd. DM vorgesehen. Damit würde Waigel seinem Ziel, die Maastricht-Kriterien für eine Euro-Teilnahme Deutschlands zu erfüllen, deutlich näher rücken. Zur Bewertung des Defizitkriteriums für den Euro kommt es jetzt auf die Länder- und Gemeindehaushalte an.
Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) fehlen jedoch 121 Milliarden Mark im Staatshaushalt, der gesamte Schuldenberg würde nach Berechnungen des Instituts um 3,3 Prozent des Bruttoinlandprodukts wachsen - und die Bundesregierung damit ihr Ziel knapp verfehlen: Im Maastrichter Vertrag ist die Neuverschuldung auf maximal drei Prozent beschränkt. Die tatsächlichen Finanzdaten für das abgelaufene Jahr werden im Frühjahr übermittelt, um die Euro-Mitgliedschaft zu bestimmen. Bisher haben außer Luxemburg nur Großbritannien, Finnland und Frankreich die Vorgaben erfüllt.