12.02.1998

Der Streik geht weiter

Wenn kein Wunder geschieht, geht der Streik bei der Bielefelder Schilderfirma Warweg (vgl. Jungle World, Nr. 4/98) am 18. Februar in den 7. Monat. Wegen "Arbeitsverweigerung" wurden inzwischen sieben Beschäftigten von zwei Teilfirmen der ehemaligen Schilder-Warweg GmbH entlassen. Nach Auffassung der Geschäftsleitung ist der Streik rechtswidrig. Frauke Warweg Gietmann: "Es wäre doch klug gewesen, bis zur Klärung der Sachlage wieder zu arbeiten." Für zwei Firmen des in sieben Teilfirmen aufgegliederten Unternehmens reklamiert Warweg die Tarifverträge von IG Metall und IG BCE (Bergbau, Chemie, Energie). Zwischenzeitlich gab es auch einen kleinen Hoffnungsschimmer, daß es doch noch zu Verhandlungen kommt. Der IG Medien-Landesvorsitzende von Nordrhein-Westfalen, Franz Kersjes, traf sich mit Frauke Warweg-Gietmann und Uwe Warweg. Um den Warwegs keinen Vorwand zu liefern, den aufgenommenen Gesprächsfaden wieder platzen zu lassen, stimmte die IG Medien dem Wunsch zu, Stillschweigen zu vereinbaren. Nun wird darauf gewartet, daß der Gewerkschaft demnächst mitgeteilt wird, ob Tarifverhandlungen aufgenommen werden. Unterdessen mag Bielefelds IG Medien-Sekretär Dirk Toepper gar nicht an den 18. Februar denken: Ein halbes Streikjahr ist vorbei und der 7. Streikmonat beginnt: "Wie soll man ein so bescheuertes Datum begehen? Grund zum feiern gibt es da nicht. Ich weiß noch nicht, was wir an diesem Tag machen."