In Großbritannien gibt es über alleinerziehende jungen Mütter eine Kontroverse. Der Wohlfahrtsminister Frank Field will in seinem nun beschlossenen Reformvorschlag, inhaltlich eng angelehnt an die US-amerikanische welfare-reform, die "Abhängigkeitskultur durch Sozialschwindel" bei alleinerziehenden jungen Müttern bekämpfen und ihre Beihilfen kürzen. Außerdem sollen sie mit einem Beratungsangebot zur Aufnahme eines Billigjobs gedrängt werden, der die Sozialhilfe ergänzen soll. Weitere Kernpunkte des Programms von Field: Einsparungen im Sozialbereich, die in den Bildungsetat fließen sollen, staatlich subventionierte Billigarbeitsplätze, Streichung der Sozialleistungen für die Mittelschichten und Arbeitszwang für die Unterschicht. Ursache des Streites in der Labour-Fraktion ist das Kernproblem aller welfare to workfare-Programme: Die Arbeitsplätze im Niedriglohnsegment sind bereits besetzt, so daß durch staatliche Subventionierung bereits bestehende Jobs wegrationalisiert werden. Die untere Mittelschicht gerät in den Sog der Abwärtsspirale, die durch den Arbeitszwang für Sozialhilfeempfänger ausgelöst wird: Die Löhne im Dienstleistungsbereich sind so niedrig, daß eine Familie davon existieren kann.