19.02.1998

Rationalisierung im Boom I

Das verarbeitende Gewerbe in Deutschland hat rund fünf Prozent mehr umgesetzt, aber 209 000 (3,2 Prozent) weniger Mitarbeiter beschäftigt als im Jahr zuvor. Nach einer Mitteilung des Statistischen Bundesamtes wurden im früheren Bundesgebiet rund drei Prozent aller Stellen abgebaut, in Ostdeutschland waren es 4,2 Prozent. Der Umsatz stieg umgekehrt proportional: im Westen um knapp fünf Prozent, im Osten um acht Prozent. So hat die deutsche Chemieindustrie 1997 ihren bisher höchsten Profit eingefahren. Mit 8,5 Milliarden Mark DM liegt der Nettogewinn um eine Milliarde höher als im Vorjahr.

Auch die Nettoumsatzrendite übertrifft mit 4,5 Prozent den alten Höchststand von 1988. Wesentlich zum Profitwachstum haben die sinkenden Lohnstückkosten beigetragen. Die Produktivität je Arbeitnehmer stieg seit 1991 um etwa 40 Prozent, die Löhne und Gehälter stiegen im selben Zeitraum hingegen nur um etwa 21 Prozent.