19.02.1998

Seitenwechsel

Der bekannte Gentechnik-Kritiker und Biochemiker Jens Katzek arbeitet zukünftig für das Saatzuchtunternehmen KWS (Kleinwanzlebener Saatzucht AG) in Einbeck/Niedersachsen. Katzek war über ein Jahrzehnt beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) beschäftigt und als Berater in der EU-Kommission tätig. Zuletzt war er beim BUND Leiter des Fachreferats internationale Umweltpolitik und Gentechnik. Bei KWS wird Katzek nun Leiter der Abteilung Unternehmenskommunikation. Die Firma gehören zu den führenden Unternehmen von genmanipuliertem Saatgut, über ihr Tochterunternehmen PLANTA ist die KWS direkt mit dem Chemiemulti Hoechst verbunden. Mit dem Job wechselte Katzek auch seine Meinung. Im Gegensatz zum BUND gebe es bei KWS einen "anderen Toleranzspiegel" beim differenzierten Umgang mit der Gentechnik. Für die Welternährung und Gesundheitspolitik biete die Gentechnik nach Ansicht des bekehrte Wissenschaftler mehr Chancen als Risiken. Umwelt- und Verbraucherverbände würden in ihrem "Schwarzweiß-Bild" Risiken der Gentechnik überbewerten und positive Entwicklungen unterschlagen.