Im Referenzjahr für den Beitritt zur europäischen Währungsunion 1997 hielten die Bundesregierung und Bundesanstalt für Arbeit (BA) 3,7 Milliarden Mark bei ABM-Maßnahmen zurück - was dem Defizitkriterium für die Euro-Qualifikation zugutekam. Die Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW), die das angebliche Haushaltsdefizit von 2,7 Prozent für 1997 bezweifelte und dafür von der Bundesregierung heftig angegriffen wurde, hatte diesen Betrag bei den Ausgaben bereits eingerechnet. Das DIW hat sich erst kürzlich wegen der "Fehlprognose" und dem damit verbundenen "politischen Schaden" bei Finanzminister Waigel entschuldigt.
Eine Milliarde Mark aus dem Arbeitslosengeld-Etat, die letztes Jahr von der BA nicht abgerufen wurden, werden nun sechs Monate später als vorgesehen für Umschulung, Fortbildung und weitere Maßnahmen freigegeben. Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) teilte mit, daß außerdem noch weitere 600 Millionen Mark für Sachkosten der ABM-Träger ausgegeben werden sollen. Damit sind ABM-Stellen für rund 100 000 Arbeitslose zu finanzieren, die allerdings nach Beendigung der Maßnahmen nach den Bundestagswahlen wieder arbeitslos sein werden. Die Zahl der ABM-Stellen wurde von rund 400 000 im Jahr 1991 auf 130 000 im Februar 1998 gekürzt, was besonders in den neuen Ländern zum starken Anstieg der Arbeitslosenquote beitrug.