Der Euro kommt - bei elf der 15 EU-Staaten werden bald die Abrechnung der Löhne und Gehälter in einer Währung erfolgen. Vergangene Woche entschieden die Europäische Kommission und das Europäische Währungsinstitut (EWI), daß Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Belgien, Italien, Portugal, Spanien, Österreich, Luxemburg, Finnland und Irland an der Währungsunion teilnehmen werden. Während die Konvergenzkriterien weiter die Diskussion bestimmen, erklärte Kommissionspräsident Jacques Santer, daß die Teilnehmerstaaten "glänzende" Leistungen bei der wirtschaftlichen und finanziellen Anpassung erbracht hätten. Der deutsche Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt begrüßte die große Anzahl der Teilnehmerstaaten, da die ökonomische und politische Schlagkraft, auch gegenüber Dollar und Yen, wachse.
Von den Arbeitslosenzahlen der Euro-Länder sprachen dagegen nur wenige. Dabei befürchten Wirtschaftsforscher für die Jahre nach der Euroeinführung eine Korrektur bei den Löhnen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) empfahl, die nationale Lohnentwicklung zukünftig an der Produktivitätssteigerung der staatlichen Wirtschaft zu orientieren. Würden die Löhne hinter die Produktivitätsentwicklung fallen, führe dies zu einer gebremsten Nachfrage und schade der Konjunktur, so der DIW-Konjunkturforscher Rudolf Zwiener. Die europäischen Gewerkschaften sind auf diese Lohnkooperation allerdings nur unzureichend vorbereitet. Die derzeit geringere Produktivität in wirtschaftlich schwachen EU-Staaten wie Portugal wird darum möglicherweise über Jahre hinweg zu sehr niedrigen Löhnen zwingen.