08.04.1998

Big Bang Tokio

Die japanische Regierung hat das Finanzsystem mit einem "Big Bang" liberalisiert: Seit dem 1. April ist auf dem bisher abgeschotteten Markt unbegrenzter Devisenhandel und der freie Abschluß von Geschäften mit ausländischen Unternehmen möglich. Profitieren werden vor allem ausländische Geschäftsbanken, die massive Investitionen auf dem japanischen Kapitalmarkt angekündigt haben. So will sich die US-Brokerfirma Merrill Lynch einkaufen, auch die Dresdner und die Commerzbank möchten in das Wertpapiergeschäft einsteigen. Es wird erwartet, daß etwa ein Drittel der japanischen Finanzhäuser die nächsten drei bis fünf Jahre nicht überstehen werden. Erst vor kurzem kam es mit dem Zusammenbruch der Immobiliengesellschaft Daiichi Corp. wegen ungedeckter Kredite in Höhe von rund 5,5 Milliarden Mark zu einer der größten Firmenpleiten in der japanischen Nachkriegsgeschichte.