Arbeitszeiten bis zu zwölf Stunden am Tag, die Verschlechterung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie eine Absenkung der Vergütung für Auszubildende um 30 Prozent - in den vergangenen Monaten haben Kirche und Diakonie drastische Einschnitte bei den Arbeitsbedingungen vorgenommen. Das hat die AG Mitarbeitervertretung des Diakonischen Werkes in Hessen-Nassau (AGMAV) beklagt. Die Arbeitsgemeinschaft kritisiert auch die Rolle des Verbandes der kirchlichen Mitarbeiter (VKM), die bisher in einer gemeinsamen Kommission mit den kirchlichen Arbeitgeber alle arbeitsrechtlichen Fragen regelte. "Der Verband, der für sich in Anspruch nimmt, allein die Mitarbeiter zu vertreten, hat den Arbeitgebern nichts mehr entgegenzusetzen." Deshalb müsse sich der VKM aus der Kommission zurückziehen, forderte die AGMAV weiter. Nur über Tarifverträge mit "kompetenten und durchsetzungsfähigen" Gewerkschaften ließen sich gegenüber "massiv auftretenden" Arbeitgebern aus Kirche und Diakonie die Interessen der Beschäftigten wahren.