Die Europäische Kommission hat in einem Bericht innovative Ansätze in acht EU-Staaten zur Schaffung von Arbeit hervorgehoben. Deutschland ist nicht darunter. Die EU hatte 1997 in Luxemburg beschlossen, daß alle Mitgliedsstaaten Aktionspläne zur Schaffung von mehr Arbeitsplätzen vorlegen sollten. Als besonders innovativ lobte die Kommission jetzt die Pläne der Niederlande. Dort streben die Sozialpartner etwa in einer "Agenda 2002" einvernehmlich Maßnahmen zur beruflichen Weiterbildung an.
Die Bundesregierung hatte in Brüssel einen Aktionsplan vorgelegt, der vor allem bereits bekannte Maßnahmen zusammenfaßt. Die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Wirtschaft sollen demnach Vorrang vor einer aktiven Arbeitsmarktpolitik haben.
Die Bundesregierung wird auch künftig Schwierigkeiten haben, die Ziele der Brüsseler Arbeitsmarktpolitik zu erfüllen: Nach einer Umfrage des ifo-Instituts unter 300 westdeutschen Industrieunternehmen erwarten diese bis ins Jahr 2002 einen Rückgang der Arbeitsplätze - alleine für 1998 von 1,5 Prozent. Die Produktivität wie die Kapitalausstattung pro Arbeitsplatz soll hingegen um etwa drei Prozent steigen. Nur im Dienstleistungsbereich werden etwas mehr Einstellungen als Entlassungen erwartet.