09.06.1998

Sammelklage gegen deutsche Großbanken

Die Veröffentlichung des zweiten Eizenstat-Berichts Mitte vergangener Woche über den internationalen Handel mit von Deutschen geraubtem Gold scheint erstmals auch für deutsche Banken Folgen zu haben. Der Bericht - eine Ergänzung zu dem vor knapp einem Jahr vom US-Unterstaatssekretär Stuart Eizenstat vorgelegten Report - geht über den Goldhandel von Schweizer Banken mit Deutschland zwischen 1938 und 1945 hinaus. Untersucht wurden, zusätzlich zur Rolle der Schweiz als größter Golddrehscheibe, die Handelsbeziehungen von Argentinien, Portugal, Spanien, Schweden und der Türkei zu Deutschland.

Aus dem Bericht, der vom US-Außenministerium erstellt wurde, geht zudem hervor, daß sowohl die Deutsche als auch die Dresdener Bank mit von (lebenden und toten) Juden geraubtem Gold gehandelt haben, was am vergangenen Donnerstag zur Grundlage einer Sammelklage der Anwaltskanzlei Fagan & Associates gemacht wurde. Im Namen der Überlebenden und Opfer der Shoah werden gegen die beiden deutschen Großbanken Schadensersatzansprüche von bis zu 18 Milliarden Dollar geltend gemacht, da diese, wie in einer Presserklärung ausgeführt wird, in "Zusammenarbeit mit dem deutschen Nazi-Regime (...) geraubtes Privateigentum wie Goldschmuck, Münzen, Brillengestelle und Zahnfüllungen entgegengenommen, eingeschmolzen und weiterverkauft" haben.