24.06.1998

Mindestlöhne im Blair-Land

Zum ersten Mal in der Geschichte Großbritanniens gibt es einen Mindestlohn. Die Labour-Regierung erfüllt damit ein Wahlkampfversprechen, das vielen ihrer Stammwähler am Herzen lag: Ab April 1999 werden Arbeitnehmer mindestens 3,60 Pfund (10,40 Mark), 18- bis 21jährige mindestens 3 Pfund (8,60 Mark) verdienen. Die Transportarbeitergewerkschaft kritisierte die Löhne als zu gering; Gewerkschaften hatten sich für einen einheitlichen Mindestlohn auch für Jugendliche eingesetzt. Die Unternehmer zeigten sich hingegen mit der Entscheidung zufrieden. Obwohl das für ungefähr zwei Millionen Niedrigverdienende eine Verbesserung bedeutet, wird es sich auf die Armut in Großbritannien nur begrenzt auswirken, da in vielen der ärmsten Familien niemand erwerbstätig ist.