01.07.1998

Hort der Stabilität

Die chinesische Führung, die von den USA immer mehr als letzter Hort der Stabilität im asiatischen Währungstaumel hofiert wird, hat nach Worten von US-Finanzminister Robert Rubin "sehr klar und unzweideutig" versichert, daß sie den Wechselkurs für die Landeswährung Yuan stabil halten werde. Durch die Yen-Krise ist die Sorge gewachsen, daß sich die Führung in Peking zu einer Abwertung entschließen könnte. China versichert zwar fast täglich seine Entschlossenheit, räumte aber auch ein, für seine Stabilitätspolitik einen hohen Preis zu zahlen. So bezeichnete Finanzminister Xiang Huaicheng vergangene Woche die Lage des Staatshaushalts als ernst. Die Einnahmen gingen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück, während die Staatsausgaben fast doppelt so hoch ausfallen werden wie ursprünglich angenommen. Xiang machte für den Rückgang die schleppende Inlandsnachfrage und die schlechte Leistung der Staatsunternehmen verantwortlich.