05.08.1998

Entschädigung für Zwangsarbeiter

Vor 50 Jahren wurden die führenden IG-Farben-Direktoren von den Richtern im Nürnberger Prozeß verurteilt. Den Jahrestag nahm der Verband kritischer Aktionäre und das Auschwitz-Komitee zum Anlaß, um vergangene Woche Entschädigungen für alle Zwangsarbeiter des Dritten Reiches zu verlangen. Bisher haben die drei Nachfolge-Konzerne der IG-Farben, die BASF, Bayer und Hoechst, gerade mal 30 Millionen Mark an überlebende KZ-Häftlinge gezahlt. Und dies auch nur an Überlebende im Westen; wer im Osten lebte, erhielt nichts. Demgegenüber kamen die Direktoren der IG-Farben mit geringen Strafen davon, schon 1951 wurde der letzte aus der Haft entlassen. Insgesamt wurden während des Krieges rund zwölf Millionen Zwangsarbeiter in Deutschland eingesetzt.