Die japanische Regierungspartei LDP will nach ihrer Niederlage bei den Oberhauswahlen und der Kür von Keizo Obuchi zum Ministerpräsidenten endlich den Ausweg aus der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegsgeschichte finden. Nun wurde der 78 Jahre alte frühere Ministerpräsident Kiichi Miyazawa zum neuen Finanzminister ernannt.
Seine Hauptaufgabe wird vor allem in der Durchführung des "Brückenbank-Systems" angesehen. Die japanischen Banken müssen so schnell wie möglich mindestens eine Billion Mark an faulen Krediten abschreiben - ohne eine staatliche Auffanggesellschaft und die Schließung einiger Kreditinstitute wird dies nicht möglich sein.
Spektakuläre Aktionen sind von Miyazawa jedoch kaum zu erwarten. Er war bereits von 1986 bis 1988 Finanzminister - genau zu der Zeit, als durch überzogene Wertpapierkurse und Immobilienpreise die "Seifenblasenwirtschaft" ihren Ausgang nahm. Auch war er maßgeblich an den Konjunkturprogrammen der Regierung beteiligt, die sich bisher als wirkungslos erwiesen haben.