Eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) bestreitet den Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Lohnkosten. Statt dessen müsse der Zusammenhang in einer Relation aus Produktivität und Lohnkosten gesucht werden. Gehaltssteigerungen, die sich an der Produktivität einer Branche orientieren, seien daher sinnvoll. Diese sogenannten Lohnstückkosten, die den realen Preis der Arbeit pro produziertem Warenwert bezeichnen, sinken in Deutschland so stark wie nirgends. Zufrieden stellte der Arbeitgeberpräsident Wolf-Dieter Hundt fest, daß diese Lohnstückkosten seit 1966 kontinuierlich sinken. In den letzten beiden Jahren sind diese Kosten in Deutschland um 2,4 bzw. um 2,1 Prozent gesunken, während sie in den USA etwa um 0,2 Prozent und 1,3 Prozent zugenommen haben. Hundt wäre aber nicht Arbeitgeberpräsident, hätte er neben dem Lob der Gewerkschaften für die maßvollen Tarifabschlüsse der letzten Jahre, die diese gesunkenen Lohnstückkosten mit ermöglichten, nicht auch darauf hingewiesen, daß sie im Osten wegen der deutlich geringeren Produktivität immer noch um mehr als 20 Prozent über den Lohnstückkosten im Westen liegen würden.