Die Kunden der Deutschen Bahn AG sollen sich künftig wie Gäste des "Waldorf Astoria" oder des "Raumschiff Orion" fühlen - vorausgesetzt, sie sind nicht auf den Nahverkehr angewiesen. Rechtzeitig zum Fahrplanwechsel am 27. September präsentiert die Bahn in einer aufwendigen Werbekampagne ihre neuen aufgemotzten Bahnhöfe und kündigt 22 neue Zugverbindungen im Fernverkehr an. Seit Jahren beklagen sich die Bahnmanager darüber, daß mit dem Nahverkehr keine Gewinne zu erzielen sind. Hochgeschwindigkeitsstrecken haben daher Priorität bei Neuinvestitionen, betonte Vorstandsvorsitzenden Johannes Ludewig auf einer Pressekonferenz vergangene Woche. Auf der Strecke Hannover-Berlin und ins Ruhrgebiet sind neue Hochgeschwindigkeitszüge geplant. Außerdem sollen zwischen Frankfurt am Main und Berlin sogenannte ICE-Sprinter nonstop verkehren, die die Strecke in weniger als vier Stunden bewältigen. Dadurch setzt die Bahn AG auf eine attraktive Konkurrenz zum Flugzeug und auf eine finanzkräftige Klientel.