Der niedersächsische Landesrechnungshof erwartet nach Informationen der Wirtschaftswoche bei der Weltaustellung Expo 2000 in Hannover weitere finanzielle Verluste. Die von der Expo-Gesellschaft eingeplanten 660 Millionen Mark Sponsoreneinnahmen seien nicht realisierbar; auch seien 30 Millionen Mark aus der Vermarktung des Kunst- und Kulturprogramms zu hoch gegriffen. Aus Sicht des Rechnungshofes würden die Kosten durch "leichtfertige Entscheidungen und unkontrollierte Entwicklungen steigen".
Expo-Sprecher Andreas Lampersbach wies die Vorwürfe zurück. Der Bericht basiere auf alten Zahlen von März 1998. Auch seien die Prüfer nur von den Risiken ausgegangen und hätten die Chancen mißachtet. Offensichtlich war der Expo-Sprecher jedoch nicht auf dem neusten Stand. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Expo, Helmut Werner, hat fast zeitgleich schwere Versäumnisse eingeräumt. Der Aufsichtsrat habe Fehler gemacht, die Expo-Gesellschaft müsse entgegen der bisherigen Planung nun doch einen möglichen Verlust von 300 bis 400 Millionen Mark einkalkulieren. Die Expo-Gesellschaft will diese Woche darüber entscheiden, ob die bisherige Planung der Weltausstellung aufrechterhalten werden kann.