Jetzt kann es aber bald mal losgehen mit dem versprochenen "Bündnis für Arbeit", auf das wir alle warten. Dachte sich auch Klaus Zwickel, seines Zeichens Vorsitzender der IG Metall. Deshalb setzte er in einem Gespräch mit der Berliner Zeitung zu einem "Vorstoß" an und machte deutlich, wie er den Arbeitsmarkt entlasten möchte. Und zwar mit einer Herabsetzung des Rentenalters. Weg mit dem alten Eisen, Platz für das junge Gemüse. Die "klassische Variante" einer Finanzierung über eine Erhöhung der Beiträge in der Rentenversicherung sei nicht so gut, weil die Bundesregierung die Lohnnebenkosten senken möchte. Also muß es anders gehen.
Zwickel schlägt nun eine Finanzierung durch ein neuartiges "Tariffonds-Modell" vor. Und das geht so: Der Arbeitnehmer geht mit 60 Jahren in Rente. Der für dieses Alter vorgesehene Abschlag von 18 Prozent fällt weg und ermöglicht einen Rentenbeginn "zu akzeptablen Bedingungen". Der fehlende Abschlag wird durch den Tariffonds aufgefangen. Dieser speist sich zum einen aus Einkommenszuwächsen der Arbeitnehmer und zum anderen aus zusätzlichen Beiträgen der Arbeitgeber. Da in diesem Zusammenhang aber "noch jede Menge Fragen zu klären" seien, könnte der Tariffonds für Zwickel auch Ausgangspunkt für den Umbau der gesamten Altersvorsorge sein.
Damit sein neues Modell funktioniert, hat Zwickel auch gleich die IG-Metall-Forderungen für die nächste Tarifrunde durchsickern lassen. Vorstellungen von bis zu zwölf Prozent Lohnsteigerung seien ihm in seiner Gewerkschaft begegnet. Die Arbeitnehmer brauchen schließlich mehr Geld, um in den Tariffonds einzahlen zu können.