14.10.1998

Schweres Pfund, schwacher Dollar

Große Volkswirtschaften haben es schwer: Der britische Notenbank-Chef Eddie George prophezeit, daß die Krise der Weltwirtschaft einen konjunkturellen Einbruch im eigenen Land zur Folge haben wird. Die Wachstumsaussichten der britischen Wirtschaft für 1999 hätten sich bereits drastisch verschlechtert. Die Industrie befindet sich schon seit Monaten in der Rezession, das teure Pfund mindert Exportaufträge, und auch Handel und Dienstleistung werden vom Abschwung erfaßt. Nichts wie gegensteuern hieß daher die Devise von Regierung und Notenbank in der vergangenen Woche.

Jetzt soll versucht werden, die Konjunktur durch Zinssenkungen anzukurbeln. Den Leitzins für kurzfristige Kredite wurde um einen viertel Punkt auf 7,25 Prozent gesenkt. Vertreter der Industrie zeigten sich trotzdem unzufrieden: "Zu wenig, zu spät", lautet die Diagnose.

Die USA beschäftigen ähnliche Probleme. Die Unternehmen hätten Schwierigkeiten, neue Kreditgeber zu finden, weshalb sich die Konjunkturaussichten in den Staaten deutlich abgeschwächt habe, meinte US-Notenbankchef AllanGreenspan und erteilte damit weiteren Zinssenkungen die Absolution. Der Dollar fiel vergangene Woche auf 1,60 Mark, dem tiefsten Stand seit Jahren.