04.11.1998

Wo bleibt De Gaulle?

Der Prozeß gegen den Software-Giganten Microsoft nimmt unerwartete historische Dimensionen an. AOL-Chef Steve Case sei "Franklin D." (Roosevelt), Jim Barksdale von Netscape "Josef Stalin" und Bill Gates, der Microsoft-Tycoon, "Adolf Hitler". So steht es zumindest in einer e-mail, die am vergangenen Donnerstag dem Gericht vorgelegt wurde. Die alliierten Kämpfer für Marktgerechtigkeit, der Microsoft-Konkurrent Netscape sowie der Internet-Anbieter AOL, hatten sich Nachrichten mit dieser Rollenverteilung zugesandt. Jetzt fragen sich die Prozeßbeobachter, wo der neue De Gaulle geblieben ist.

Doch es gab auch noch andere Überraschungen im "Jahrhundertprozeß". Wie aus einer Gesprächsnotiz des Finanzchefs von Apple hervorgeht, wurde der Internet Explorer von Microsoft nur als Standardbrowser auf das Apple-System installiert, weil Gates' Firma dafür 150 Millionen US-Dollar zahlte. Die Notiz schloß mit den Worten: "Andernfalls sind wir tot."