Zumindest die Wirtschaft weiß, was sie an der Deutschen Welle hat. Sie sei "notwendig, um ein realistisches und positives Bild von Deutschland zu entwickeln", erklärte Matthias Kleinert bei einer Anhörung der CDU-Bundestagsfraktion in Berlin. Kleinert ist ein hoher Funktionär beim Deutschen Industrie- und Handelstag und Generalbevollmächtigter von Daimler-Chrysler. Für seine Firma sei Auslandsrundfunk wichtig, denn "in Ländern, in denen wir wirtschaftlich noch nicht so weit vorangekommen sind wie die Konkurrenz", werde die deutsche Selbstdarstellung gebraucht. Aus diesem Grund habe er mehrfach mit dem Intendanten der Deutschen Welle, Dieter Weirich, telefoniert und ihn "gebeten", das geplante Ukraine-Programm nicht den Streichungen zu opfern.
Und siehe da: Als am vergangenen Mittwoch Weirich den Kürzungsfahrplan bekannt gab, fanden sich unter den gestrichenen Programmen die Radiosender in Japan, in ganz Lateinamerika und in Osteuropa. Nur das umstrittene neue Ukraine-Projekt war wie durch ein Wunder von den Kürzungen ausgenommen worden. Von wegen Staatsrundfunk.