Sie heißen mit Vornamen immer Dieter. Dieter Thoma. Dieter Schlindwein. Und natürlich Dieter Baumann. Der nahm bisher auf der nach oben offenen Dieter-Nerv-Skala einen unangefochtenen Spitzenplatz ein, denn a) schwäbelt der Mann, dass es der Sau graust, b) war sein Olympiasieg über 10 000 Meter der wohl unverdienteste in der Sportgeschichte, c) redet er gleichermaßen überheblichen wie schlichten Unsinn, "dä Diedä" galt aber d) wegen seines Engagements gegen Doping als sakrosankte Person. Und als die durfte er fröhlich in jedes Mikrofon plappern, und niemand traute sich, ihm entweder das Ding auf die Nase zu hauen oder einfach abzuschalten.
Seit Mitte letzter Woche nervt dieser Dieter nun noch ein gehöriges "Schtügg weid" mehr. Geich zwei von ihm abgegebene Dopingproben waren positiv, was nun mindestens "das Ende der Leichtathletik" (Waldemar Hartmann) bedeutet. Oder so.
Denn die große weiße Hoffnung sowohl des Langstreckenlaufes als auch der Dopingbekämpfung muss nun ständig auf allen Kanälen erklären, dass er zwar auch keine Ahnung habe, wie das Zeug in ihn hineingekommen ist, aber andererseits ganz sicher sei niemals gedopt zu haben - eine Aussage, mit der sich schon zahlreiche andere Erwischte lächerlich gemacht haben.
Dass schon vor Monaten Gerüchte über Blutdoping bei anderen Mitgliedern seiner Trainingsgruppe, z.B. Stephan Franke, kursierten, wird in diesem Zusammenhang kaum erwähnt, denn nun stehen Reporter, Leichtathletik-Verbands-Chef und Baumann fest zusammen. Und entwerfen Szenarien, die des Dopers Unschuld beweisen könnten und in denen es um komplizierte Verfahren und lückenlose Überwachung geht, ganz so wie bei den Proben, die jüngst positiv ausfielen.
Dabei bleiben in Wirklichkeit nur zwei Möglichkeiten: Entweder war Dieters Doping-Kampf nur vorgeschoben, damit er in Ruhe tricksen kann, oder der Mann ist tatsächlich so doof, dass ihm jeder, der gerade Lust dazu hat, Sachen in den Kaffee werfen kann. Als intelligent ist Baumann jedoch eher weniger bekannt, bleibt also die Sache mit dem Kaffee. Und da gibt es auch schon eine Verdächtige, auf die bisher allerdings noch niemand gekommen ist. Denn aus der Pro-Dieter-Einheitsfront scherte schon sehr früh eine Person aus, die bereits am Freitag letzter Woche in der Bild bekannte, eigentlich doch sehr froh zu sein, dass es mal einen Wessi erwischt habe und nun könne der mal sehen, wie das ist: Katrin Krabbe. Ha!