24.05.2000
Zur Kritik von Wissenschaft, Kunst und Medien bei Pierre Bourdieu

Die Intellektuellen und der Staat

Pierre Bourdieu stellt klassische Begriffe der Linken auf den Kopf, setzt sie aber auch in neuen Bezug zueinander.

Ich werde in Frankreich als jemand angegriffen, der die alte Linke wiederhaben möchte. Das sind ehemalige Kommunisten, die ich bekämpfte, als sie noch Kommunisten waren. (...) Ich war Anti-Kommunist, als alle Intellektuellen Kommunisten waren.« In der Tat hat den 1930 geborenen Pierre Bourdieu Marxismus im Zweitaufguss nie interessiert. Freilich hatte er Marx selber nie verworfen, ihn aber immer nur als einen bedeutenden Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts betrachtet. Die eigentlichen Gründerväter der modernen Soziologie, Emile Durkheim, Max Weber und sein Lehrer Marcel Mauss bedeuteten ihm mehr.

Bekannt wurde Bourdieu in den siebziger Jahren durch seinen zunächst im Kontext der Ethnologie entwickelten Begriff des »Habitus«, womit er historisch erworbene, aber auch wandelbare Normen und Riten des Alltagsverhaltens bezeichnet. Im Unterschied zum Vulgärmarxismus sieht Bourdieu Klassen und Schichten nicht mehr nur ökonomisch bestimmt, sondern auch von vielen symbolischen bzw. magisch-fetischistischen Elementen wie z.B. besondere Formen der Sprachbeherrschung.

Die auch in demokratischen Gesellschaften unablässig produzierten Distinktionen (»Die feinen Unterschiede«) zwischen Klassen und Schichten stellen ein enormes Potenzial zur Ausübung von Macht dar. Und symbolisches Kapital kann zur Multiplizierung ökonomischen Kapitals beitragen - genauso wie umgekehrt. Bourdieu sieht in der Demokratie zwar die theoretische Chance, dass überall neue Akteure mit den alten in Konkurrenz treten können. Da es aber »keine innere Kraft der wahren Idee« gibt, braucht die Wahrheitssuche im Interesse der Mehrheiten eigene Organisationen. Faktisch finden die Kämpfe um symbolisches Kapital aber in noch ungenügenderem Ausmaß statt als die um ökonomisches Kapital.

Bourdieus modernisierte Klassentheorie bewegt sich eigentlich im Rahmen der durch Antonio Gramscis Hegemonientheorie eingeleiteten Wende des Marxismus. Aber wie von Bourdieu falsch benutzte Begriffe Gramscis zeigen, hat er diesen kaum oder gar nicht rezipiert. Sein offensichtliches Desinteresse an linken Grabenkämpfen trug aber zweifellos dazu bei, dass er gerade die von heutigen Linken aus Gründen der Karriere oder der Resignation oft fallen gelassenen Themen unbefangen angeht.

Im Grunde sind es die Qualitäten der wissenschaftlichen Unbestechlichkeit und des strikt republikanisch-demokratischen Bewusstseins, die den ehemaligen Ethnologen und späteren Soziologen vom Collège de France schließlich dazu gebracht haben, sich mit der Armut im eigenen Land wissenschaftlich auseinander zu setzen, sich bei den Streikbewegungen der Arbeitenden und den Aktionen der Arbeitslosen zu engagieren und - zum Erstaunen der Deutschen - 1996 den Euro- und Globalisierungsdiskurs des damaligen Präsidenten der Bundesbank, Hans Tietmeyer, offen anzugreifen: »Diesem Ökonomismus wohnt eine ökonomische Theorie inne, die von einem scharfen Schnitt zwischen dem Wirtschaftlichen und dem Sozialen ausgeht und dabei übersieht, wie sehr die Mechanismen des Marktes (die von der Theorie vergöttert werden) sozialen Mechanismen untertan sind, die in gesellschaftlicher Gewalt ihre Wurzel haben.«

Schon 1974 kehrte Bourdieu die Regeln des herrschenden Ethnozentrismus um, indem er »die Magie nicht bei den 'primitiven Gesellschaften'« untersuchte, sondern »bei Dior und Cardin«, denn er war »der Meinung, dass der ethnologische Diskurs unter anderem die Funktion hat, Dinge auszusprechen, die man gut verträgt, wenn sie (...) über weit entfernte Völkerschaften gesagt werden, aber sehr viel weniger, wenn sie sich auf unsere eigenen Gesellschaften beziehen.« Und in der Art, wie Tietmeyer sein Modell anpreist, erkennt Bourdieu heute dieselben Techniken, mit denen der Schamane die Interessen der Herrschenden öffentlich als legitim darstellt, mit der er aber auch verschweigt, was er verbergen will: »Das 'Modell Tietmeyer' steht (...) für eine gewisse Anzahl von nicht weiter diskutierten Zielen (...): höchstmögliches Wachstum, Wettbewerb, Produktivität. Außerdem für ein Menschheitsideal, dem nichts Humanistisches eigen ist: das Ideal eines überarbeiteten Managers, auf Kalkül und Karriere bedacht, der je nach Bedarf wohlmeinende Reden über den 'Verlust an sozialer Bindung' und die Einsamkeit der 'Ausgeschlossenen' halten kann. (...) (Tietmeyer) kleidet eine Wirtschaftspolitik in schönfärberische Worte - 'Sozialplan' für Massenentlassungen, 'treibende Kräfte' für die Unternehmerschaft, 'Deregulierung' für einen wilden Kapitalismus -, die, neben anderen Folgen, womöglich eine Zivilisation zerstört, die mit der Entstehung des Staates, dieser entschieden modernen Idee, verbunden ist.«

Die Hilflosigkeit der so genannten Linken gegenüber dem Fakt, dass nicht sie, sondern die Rechte die Kraft wurde, die den Staat abbaut, ist Bourdieus Problem nicht. Ihn hemmt keine altlinke Scham gegenüber den historischen Verdiensten des keynesianischen Sozialstaats: »Alle diese Dinge, die die neoliberale Ideologie für bloßen Ballast erklärt, von dem die europäischen Staaten sich befreien müssen, wie die Sozialversicherung, die gestiegenen Sozialabgaben, der Unfall- und Kündigungsschutz (...) zählen in Wirklichkeit zu den Errungenschaften - und zwar den höchsten - der Zivilisation. Man weiß, dass der Staat historisch um die Armee und die Polizei - das physische Gewaltmonopol - herum entstanden ist. Und erst am Ende eines langen Evolutionsprozesses hat sich ein Kultur- und Sozialstaat, ein 'welfare state' herausgebildet, der in der Lage ist, auch die Umverteilung und die Solidarität (...) zu gewährleisten. Das, was man uns als Gipfel der Modernität präsentiert, ist eine Regression auf einen weniger fortgeschrittenen (...) weniger komplexen Staat, einen auf die Polizeifunktion der Repression reduzierten, einen verstümmelten Staat (...)«.

Ehe Bourdieu selbst zum - von vielen schon für ausgestorben erklärten - »engagierten Intellektuellen« wurde, entwickelte er kontinuierlich in seinem Werk eine breit angelegte Kritik der Intellektuellen der zweiten Hälfte des Jahrhunderts und zwar sowohl der Wissenschaftler als auch der Künstler und der Journalisten. Auch dieser Teil seines Werks kann durchaus als moderne Entsprechung von Gramscis Kritik der Funktion der Intellektuellen angesehen werden. Entscheidend ist, dass Bourdieu stets von der - in der modernen Demokratie zumeist völlig aus dem Blickfeld geratenen - Tatsache ausgeht, dass Wissenschaft, Kunst und Medien in der Demokratie nicht automatisch »frei« und »unabhängig« sind.

Am Beginn des Weges, der Bourdieu zu der schlichten Feststellung führte, dass das moderne intellektuelle Leben zu einem großen Teil auf Korruption basiert, stand ein Kampf um die wissenschaftliche Methodik der Soziologie bzw. um die Autonomie des Intellektuellen. Er zeigte sich alarmiert, dass die Soziologie endgültig zu einer Hilfskraft der Systeme verkommen könnte. Schon in den sechziger Jahren warnte er davor, dass die soziologische Methode ihren Ausgangspunkt in den Erwartungen der Auftraggeber oder aber des Alltagsverstandes, d.h. des Zeitgeistes nähme. Die jeder empirischen Forschung vorauszusetzende Hypothese müsse ihre eigene Bedingtheit, d.h. ihre historisch-sozialen Grenzen herausarbeiten und offen darlegen.

Die demokratisch fundierte Unabhängigkeit der Produktion von Wissen und Wahrheit sieht Bourdieu keineswegs durch die in der zweiten Jahrhunderthälfte durchgesetzte Demokratisierung des Zugangs zur Bildung gewährleistet. Da der Zugang zum Arbeitsmarkt nicht durch systematische Verkürzung der Arbeitszeit demokratisiert, sondern im Gegenteil immer schwieriger wurde, sind die massenhaft erworbenen Bildungstitel entwertet worden. Und die traditionellen ökonomisch herrschenden Schichten hätten sich der demokratischen Bildungsreform insofern angepasst, als dass sie ihren eigenen Kindern in höherem Ausmaße als bislang sowohl technische als auch kulturelle Bildung angedeihen ließen. Dadurch sei der früher eher aus dem Kleinbürgertum stammende, auf sein autonomes Denken stolze unabhängige Intellektuellen-Typ ausgestorben bzw. äußerst gefährdet: »Tatsächlich stehen die Intellektuellen heute vor einer in der Geschichte zweifellos einzigartigen Herausforderung: Um sich zu rechtfertigen, beruft sich die herrschende Klasse auf eine ihr eigene fachliche Kompetenz und manchmal sogar auf eine entsprechende Wissenschaftlichkeit. (...) Die Intellektuellen, die als im ökonomischen Bereich Beherrschte früher keine Mühe (hatten), auf kulturellem Gebiet ihre Überlegenheit unter Beweis zu stellen, (treffen jetzt) auf Führungskräfte, (...) die mit ihnen selbst auf kulturellem Gebiet zu rivalisieren beanspruchen können: diese 'neuen Mandarine' (...) zögern nicht, die Überlegenheit ihrer technischen oder ökonomischen Bildung über die traditionelle, namentlich die literarische oder philosophische Bildung zu behaupten, die im Namen des Realismus, dem Zweckfreien, dem Frivolen, mit einem Wort dem Femininen zur Seite gestellt wird (...).

Dafür bieten die Führungskräfte der französischen Atomindustrie sicherlich das Beispiel par excellence; denn als Mitglieder der Grands Corps, Absolventen der großen Schulen, erhalten sie von der überwiegenden Mehrheit der Bürger ein quasi uneingeschränktes Mandat, einen regelrechten 'Blankoscheck' (die relative Schwäche der ökologischen und vor allem der Anti-Atom-Bewegung ist ja bekannt). (...) (Davon) profitieren (...) die Technokraten im allgemeinen, alle, die heutzutage darauf bedacht sind, die Werte von Produktivität, Wirtschaftlichkeit und Wettbewerb universell durchzusetzen.«

Dass nur selten kompetenter Widerspruch laut wird, hängt für Bourdieu auch mit direktem korrumpierendem Eingreifen der ökonomisch Mächtigen in das Feld der Meinungsbildung zusammen. So ist laut Bourdieu ein neuer, von Herrschaftsstrukturen determinierter Kulturraum entstanden, der Widerspruch ausschließen und Gegenmacht schon in ihrer Entstehung verhindern kann: »Gewisse Intellektuelle-Journalisten, die sich unter dem Banner des Kampfes gegen das '68er-Denken' versammelt haben, haben ein Klima zu erzeugen versucht, in dem jeder kritische Einwand als 'Marxismus' verdächtigt oder diskreditiert ist (...). Diffamierung, insbesondere wenn sie als gezielte Kampagne organisiert wird, ist minder kostspielig und wirksamer als Widerlegung. Kurzum, man erklärt die Logik der Mode oder, was noch schlimmer ist, die Logik der politischen Strategie zum Regulationsmodell der Urteilskraft. Jeder dahergelaufene Dummkopf darf ein Werk, das er nicht versteht, als 'reaktionär' oder 'marxistisch' beargwöhnen.«

Der Einfluss der »neuen Mandarine« und des privaten Sponsorings hat immer mehr zugenommen, seit der Staat begonnen hat, sich aus der Finanzierung von Kultur, Bildung und Wissenschaft zunehmend zurückzuziehen. Bourdieu widerspricht dem herrschenden Dogma, dass dieser Rückzug des Staates die Befreiung von Bevormundung, einen Sieg des unabhängigen Denkens darstelle. Dagegen Bourdieu: »Es gibt gewisse Existenzbedingungen für eine kritische Kultur, die nur der Staat gewährleisten kann. Kurz gesagt, wir müssen vom Staat die Mittel fordern, die die Freiheit gegenüber wirtschaftlichen, aber auch politischen Mächten, das heißt gegenüber dem Staat selbst, garantieren (...). Darum müssen die Künstler, die Schriftsteller und die Wissenschaftler, die einige der kostbarsten Errungenschaften der menschlichen Geschichte hüten, lernen, die Freiheit, die der Staat ihnen gewährt, auch gegen den Staat zu gebrauchen.«

Wie könnte - im Sinne Bourdieus - eine kritische Gesellschaftsperspektive wiedergewonnen werden? Er fordert die Intellektuellen in Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft auf, sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden. Es geht nicht um die Rekonstruktion des »organischen Intellektuellen«, der einer Linkspartei ergeben ist. (Gramsci hatte mit dem Begriff des »organischen Intellektuellen« aber keinesfalls die blinde Gefolgschaft gegenüber der Partei gemeint.) Der erste Schritt zur Verantwortung besteht nach Bourdieu darin, um die Autonomie der eigenen Arbeitszusammenhänge zu kämpfen: »Um den Namen Intellektueller zu verdienen, muß ein Kulturproduzent zwei Voraussetzungen erfüllen: zum einen muß er einer intellektuell autonomen, d.h. von religiösen, politischen, ökonomischen usf. Mächten unabhängigen Welt (...) angehören und deren besondere Gesetze respektieren; zum anderen muß er in eine politische Aktion, die in jedem Fall außerhalb des intellektuellen Feldes im engeren Sinn stattfindet, seine spezifische Kompetenz und Autorität einbringen.«

Allerdings sei es sehr schwierig, »den Intellektuellen begreiflich zu machen, daß ihre Kämpfe, selbst die bloß (...) auf die Verteidigung der Autonomie zielenden, einzig kollektiv sein können. Denn zahlreiche Kräfte, deren Einflüssen sie unterworfen sind (insbesondere die des Journalismus), verdanken ihre Wirksamkeit dem Umstand, daß die Intellektuellen ihnen als Vereinzelte und untereinander Konkurrierende gegenüberstehen. (...) Ich denke z.B. an die Zensureffekte und den Konformitätsdruck, den die mangelnde Arbeitsplatzsicherheit ausübte, namentlich im kulturellen Sektor, bei den Radio- und Fernsehleuten, bei den Journalisten und mehr und mehr auch bei den Lehrkräften.«

Es geht Bourdieu auch nicht um die Wiedererweckung des widerständigen Einzelkämpfers vom Typ Sartres, der noch meinte, sich zu allem und jedem äußern zu können. Es reiche einfach nicht, wenn Einzelne Verantwortung erkennen und wahrnehmen, denn die »Internationale der Hohepriester der Globalisierung« und ihre kulturellen Netzwerke sind schon längst Realität: »Mein Traum wäre es, daß eine Internationale der Künstler und Wissenschaftler geschaffen wird, die zu einer unabhängigen politischen - und moralischen - Kraft würde, welche imstande wäre, zu Problemen von allgemeinem Interesse (wie denen der Atomkraft, der Erziehung oder der neuen Biotechnologien) mit einer auf die Autonomie gestützten Autorität und Kompetenz Stellung zu beziehen. Sie würden nicht regieren, sie würden aber, von ihrem angestammten Platz aus, die Regierenden ernstlich kontrollieren, vor allem auf den Gebieten, die sie gut kennen, und oft, indem sie darauf verweisen, daß sie nichts wissen.«

Anstelle der Magie unumstößlicher Glaubenssätze träte ein bescheideneres, offenes System von Wissen und Denken. Sowohl das Dilemma zwischen der Vereinzelung und Spezialisierung der Intellektuellen einerseits und der Universalität der Aufgaben andererseits, wie auch das »Dilemma von Zentralismus und Spontaneismus fände seine Lösung durch den Aufbau eines regelrechten internationalen Netzwerkes, das sich, gemäß der Formel des Nikolaus von Kues, als ein 'Kreis, dessen Mittelpunkt überall und nirgends liegt', präsentieren würde. Dieses Netzwerk, über seine eigenen Ausdrucksorgane verfügend, könnte sich gegen alle Attacken auf die Autonomie der intellektuellen Welt und insbesondere gegen alle Formen des Kulturimperialismus mobilisieren, es könnte daran arbeiten, die Fundamente für einen wahrhaften Kulturinternationalismus zu legen, mit dem Ziel, die Protektionismen und Partikularismen zu überwinden, indem es speziell dafür Sorge trüge, daß die je spezifischen Errungenschaften einer jeden nationalen Tradition zur Universalität gelangten.«

Bourdieu arbeitet praktisch an der Verwirklichung solcher Netzwerke. Er war zum Beispiel der Initiator des Wachsamkeitskomitees gegen die subversive Aktion von rechts in Europa, des Internationalen Unterstützungskomitees für algerische Intellektuelle (CISIA) und des Internationalen Schriftstellerparlaments. Gegenwärtig arbeitet er an der Herstellung fester und regelmäßiger Kontakte zwischen den verschiedenen europäischen Gewerkschaftsorganisationen.

»Wichtig ist, daß der Raum, in dem der Diskurs über die soziale Welt hervorgebracht wird, weiterhin wie ein Kampffeld funktioniert, in dem der herrschende Pol nicht den beherrschten Pol, die Orthodoxie nicht die Häresie erdrückt (...). Denn: Solange es in diesem Bereich Kampf gibt, Auseinandersetzung, gibt es auch Geschichte, und das heißt Hoffnung.«

Pierre Bourdieu will den Neoliberalismus bekämpfen. Aber nicht allein, sondern mit vielen Aktivisten und Aktivistinnen in ganz Europa. »Vernetzt Euch!« fordert der französische Soziologe in seinem am 1. Mai veröffentlichten Appell, dessen Ziel eine transnationale Bewegung gegen den Neokapitalismus ist. Unterstützt wird das Projekt »Charta 2000. Für die Einberufung von Generalständen der sozialen Bewegungen in Europa« von Leuten aus verschiedenen Initiativen und Institutionen, u.a. aus der französischen Arbeitslosenbewegung, der Gewerkschaft SUD, den Gewerkschaften IG Medien und IG Metall aus Deutschland. Die Idee ist, die verschiedenen Bewegungen, die oft für ein einziges politisches Anliegen eintreten, miteinander zu vernetzen und zu koordinieren. Bourdieu reist derzeit in Europa umher, um für das Projekt zu werben.

Sabine Kebir ist Literaturwissenschaftlerin und Politologin in Berlin. Im März ist ihre Biografie von Helene Weigel, »Abstieg in den Ruhm«, im Aufbau Verlag erschienen. Kebir ist Unterzeichnerin des Bourdieu-Appells »Charta 2000«.