Ich hab mal im Hamburger-Restaurant gearbeitet, in der Küche. Turnschuhe waren verboten, also rannte ich mit glatten Ledersohlen da rum. Na, und weil da immer Wasser auf dem Boden rumstand, könnt ihr euch den Rest denken. Es war gerade Stoßzeit, ich hatte 72 Hamburger auf dem Grill und will mich gerade zum Toaster umdrehen, da rutsche ich auch schon aus. Ich kann mich aber noch gerade abstützen - mit dem Unterarm auf der Grillplatte. Es wird da eben nicht nur Rindfleisch gegrillt.
Noch mal Hitze: Schmeiß mal drei Kilo Fritten ins heiße Fett - muss ja schnell gehen. Da hüpft die heiße Magarine umgehend aus ihrer Wanne heraus. Auf die Haare, aufs Hemd, aufs Höschen, auf die Hände. Schöne Brandflecken. Es werden dort eben nicht nur Kartoffelstücke kross gebraten. Was tun? Die verbrannten Stellen sofort kühlen. Am besten im Eisfach. Da werden also nicht nur Lebensmittel gefroren.
Ein anderes Mal musste ich eine Literdose Ketchup aufmachen. Da bin ich mit dem Öffner abgerutscht und schwupp ab das Ding innen durch die Hand und oben wieder raus. Es ist eben nicht immer nur Ketchup in solchen Dosen.
Dann bin ich mal hinter dieser amüsanten Arbeitsstätte mit dem linken Fuß über ein paar Müllsäcke gesprungen, die irgendein Penner am Hintereingang vor statt in den Mülltonnen deponiert hatte. Ich landete mit dem linken Fuß halb auf einer Steinkante, hob wieder ab wie ein Flummi und schlug mit dem Kopf volle Pulle gegen die nächste Wand. Mit drei gerissenen Bändern blieb ich in dem ganzen Modder liegen - es ist eben nicht immer nur Müll in solchen Säcken.
Als ich wieder laufen konnte, musste ich wieder ganz unten anfangen: in der Toilette. Die Gäste waren sehr erfinderisch. Mit Vorliebe stopften sie ganze Klopapierrollen in den Scheißhaus-Abfluss. Da heißt es dann: Ärmel hochkrempeln. Fazit: Wir finden also in der Toilette nicht immer das, was wir dort erwarten.
Im Zusammenhang mit unerwarteten Dingen möchte ich auch einen weiteren Punkt zum Thema Gäste nicht vernachlässigen. Denn die popeln im Essen rum, hinterlassen grauenhafte Sauereien oder schlagen sich gleich auf die Fresse. Aber wenn du zum Beispiel aus Versehen einen Hamburger ohne Fleisch verkaufst, beschweren sie sich nicht. Denn merke: Im Essen ist eben nicht immer das, was man erwartet.
Ebenso wie auf dem Grill, an der Fritteuse, der Ketchupdose, im Müll, im Klo. Wenigstens eine Sache war verlässlich: die Geschäftsleitung. Da waren immer dieselben gefickten Gesichter drin. Verlass war auch immer auf die Lohntüte: In der war - Stunde sechs Mark - immer so wenig, wie ich das schon erwartet hatte.