06.06.2001

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Tabula rasa heißt nicht rasender Tisch. Diese Erfahrung mussten einige RedakteurInnen am letzten Sonntag wieder einmal machen. Was war das für ein Tag! Ein kühler Herbstwind frischte den Juni ein wenig auf und durch die nassen Straßen zog trommelnd und tanzend der Karneval der Kulturen. Logisch, dass es in den Kreuzberger Restaurants nicht mal mehr Stehplätze gab.

Kreuzberger Restaurants? Na ja. Die Gastronomie um die Bergmannstraße herum ist in einem traurigen Zustand. Die Schultheiss-Schilder hängen zwar noch, aber die Rollläden sind meist heruntergelassen. Zu vermieten. Im Prenzlauer Berg wäre das nicht passiert.

Was also tun, wenn der Magen knurrt? Nach langem Suchen fand das Außenteam in der Nähe des Mehringdamms das »Tabula Rasa«. Doch was nicht zu ahnen war: Hier lebte noch das alte Berlin mit seiner Versorgungsmentalität.

Diktatur der Hängematten: Die Wirtshausgäste brachten sich ihre Pizza lieber gleich selbst mit. Vom Pizza-Service. Das hätte der Crew zu denken geben müssen. Auch der äußerst hungrig wirkende Köter, der sich um die Tische herumdrückte.

Erkenntnisse müssen manchmal reifen. Es dauerte fünf Hefe-Weizen, drei Pils, drei Alster und eine Apfelschorle lang, bis sich der Verdacht breit machte: »Wir kriegen hier vielleicht nichts zu essen.«

In Panikzuständen wie diesem macht man die meisten Fehler. Ja, es war ein Fehler, die Kellnerin zu behelligen. Ja, es war ein Fehler, auf schnelle Essensausgabe zu drängen. Denn das Essen kam dann doch noch. Der Moment, das Bier zu bezahlen und wieder zu gehen, war verpasst.

Manchmal genügen zwei Adjektive: kalt und fettig. Zuvor hatte der CvD noch geflachst: »Wann kommt denn meine Schuhsohle?« Und dann lag sie da: auf seinem Teller. Innen rosaroh. Aber was soll's? Dem Hund hat's geschmeckt. Und nächstes Mal geht's zu »Molle kühl«. Strammer Max und 'n Korn. Helau!