Die Septemberausgabe der Subtropen präsentiert im Schwerpunkt Vorüberlegungen für ein Symposion, das im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe am 29. und 30. September stattfindet, im Rahmen der Ausstellung »Guy Debord, Agent der Kritik gegen ihre Anerkennung«. Die Beiträge widmen sich den Auseinandersetzungen, die die Situationistische Internationale in der ersten Hälfte der sechziger Jahre mit ihrem unmittelbaren Umfeld führte. Es geht zunächst um den Konflikt, den sie mit den Organisationsinitiativen der Zeitschrift Socialisme ou Barbarie 1960 austrug. Die »Vorverhandlungen für ein revolutionäres Einheitsprogramm« dokumentieren den Moment der größten Annäherung zwischen beiden Organisationskonzepten und werden hier erstmals in deutscher Übersetzung veröffentlicht. In einem weiteren Beitrag vergleichen wir einige Begriffe, die Debord in Die Gesellschaft des Spektakels entwickelt, mit Entwürfen, die in Paris zur selben Zeit entstanden; Althusser und Barthes wurden von den Situationisten zwar als unmittelbare Konkurrenten im Kampf um die Vorherrschaft über die revolutionäre Theorie angesehen und scharf attackiert, aber ihre Schriften weisen trotz aller Unterschiede bemerkenswerte Übereinstimmungen auf.
Die Ausstellung im ZKM wird am Abend des 28. September eröffnet und ist bis zum 6. November zu sehen. Zu den Teilnehmern der Tagung zählen Jean-Marie Apostolides, Timothy J. Clark, Donald Nicholson-Smith, Gail Day, Steve Edwards, Jost Müller, Roberto Ohrt, Peter Weibel, Mark Wigley und Benjamin Buchloh.