Ketzhuts!
Putin ist gerade abgereist. Deswegen landet unsere Maschine später. Es ist die letzte für heute. Der Flughafen Jerewan besticht durch Schlichtheit. Zwei Häuschen für die Passkontrolle, ein Gepäckband. Draußen warten mehr Leute als ankommen. Viel Gewinke, viele Verwandte, lange nicht gesehen.
Sakis ist extrem schlank. Er trägt sein T-Shirt über der Hose. Das macht ihn noch dünner. Wir geben uns die Hand und steigen in den Lada-Jeep. Sakis zeigt uns schon mal ein paar Sehenswürdigkeiten, das Gebäude der Yerevan-Brandy-Company zum Beispiel, aber man erkennt wenig, weil wenig beleuchtet ist. Nicht mal die Straßen. Er sagt auf Englisch: »Du kannst schlecht fahren oder du kannst gut fahren, aber du kannst nicht fahren wie Sakis.«
Er wohnt noch bei seinen Eltern und arbeitet bei einer ausländischen Hilfsorganisation, einer von vielen. Ein Teil seiner Arbeit besteht im Eintreiben von Krediten. Oder er bringt die Jeeps zur Reparatur, wenn »die Frauen« sie kaputtgefahren haben. Sakis ist 25 Jahre alt und hat mal Pharmazie studiert. Seine Nase ist groß und ein bisschen schief. Sie hat einen Schlag bekommen, als er klein war und stürzte.
Die Dreizimmerwohnung, in der er uns unterbringt, kostet 250 Dollar für den Monat. Die Bewohner sind so lange ausgezogen. Ein kleiner Nebenverdienst. Sie haben ein Klavier, verstimmt und »made in Berlin«, einen Philips-Fernseher mit CNN und eine Schrankwand.
Unter dem Couchtisch liegt eine alte russische Cosmopolitan. Fließend Wasser und Blick auf den Ararat sind inklusive. Sakis hat das Ganze organisiert. »Mach keine Pläne«, sagt er, »entspann dich!«
Jetzt ist es Mitternacht. Für Sakis unerheblich, er hat Grillfleisch, Peperoni, Tomaten, Wein, Wodka und Lawasch, schmale Brotfladen, besorgt. Sein Bruder Gework, dessen Frau und Sakis Verlobte sind auch gekommen.
Die Gardinen flattern ein bisschen, und durchs Küchenfenster hört man die Ladas und Wolgas auf dem Weg ins Stadtzentrum. Gework bringt den ersten Toast. Wodka trinken ohne Toast ist nicht erlaubt. Aber in Armenien gibt es viel, was man sich wünschen und worauf man trinken kann. Eigentlich auf alles. Zum Beispiel auf eine gute Zukunft. Auf die Zukunft!
Gework hat bis vor kurzem auch bei der Hilfsorganisation gearbeitet. Er wurde entlassen wegen Budgetkürzung. Sein amerikanischer Kollege durfte bleiben. Gework denkt daran, nach Moskau zu gehen. Wie sein Bruder raucht er in Deutschland produzierte Davidoff-Zigaretten mit weißem Filter.
Am Sonntag: Stadterkundung, vorbei am Parlament und der US-Botschaft, die gerade eine Schutzmauer bekommt. Nur auf dem Markt ist Betrieb. Die Sonne scheint. An den überdachten Ständen, fein säuberlich präsentiert, gibt es Werkzeug, Duschlotion, Lippenstift, Batterien, Schreibblöcke, Schokolade, Geschirr, Plastiktüten, Stifte, Socken, BHs. Das meiste kommt aus dem Iran.
Volvo- und Mercedes-Lkw, noch mit der runden Schnauze, bringen die Sachen auf einer bergigen Tour nach Jerewan. Früher nahmen sie auf dem Rückweg Eisenschrott mit. Heute, sagt Gework, nur noch »money«.
Zwar wird alles angeboten, aber kaum jemand kauft etwas. Bezahlt wird in Dram. Eine Mark sind 250 Dram. Die Packung Marlboro kostet etwa 1,50 Mark, ein Liter Wodka etwa 2,50 Mark. In Jerewan, wo etwa die Hälfte der Bevölkerung Armeniens lebt, braucht man alles in allem zwischen 200 und 250 Mark pro Monat, auf dem Land weniger, da hier Platz für Gärten ist.
Am höchsten Punkt von Jerewan: Zwölf Steinmonolithe schieben sich über eine Flamme, schützend oder bedrohlich - eine Interpretationshilfe fehlt. Sicher ist: Das Bauwerk soll an ermordete Armenier erinnern.
Armenien war zu seinen besten Zeiten zwanzigmal so groß wie heute. Zum Gebiet gehörte auch Westarmenien, das heutige Ostanatolien. Hier geriet die armenische Bevölkerung irgendwann unter türkische Herrscher. In deren Plänen tauchten Christen nicht auf. 1,5 Millionen Armenier sind zwischen 1895 und 1915 umgebracht worden.
In großem Abstand zum Denkmal sind Tafeln mit Beileidsbekundungen von Staatsgästen angebracht. Deutsche sind nicht dabei. Sakis glaubt, die Bundesrepublik nehme Rücksicht auf die Türken, was typisch sei und dazu führen werde, dass die Türken Deutschland eines Tages beherrschen würden.
Das heutige Armenien ist mit knapp 30 000 Quadratkilometern so klein wie Brandenburg. Aber kaum heraus aus Jerewan meint man, die amerikanische Prärie fange an. Zwar sind knapp ein Fünftel des Landes landwirtschaftlich nutzbar. Jedoch fehlen Wasser und Bewässerungssysteme.
Bis Sisian sind es 220 Kilometer. Die Fahrt mit dem blauen Lada-Taxi kostet 90 Mark. Der Fahrer redet wenig und fährt immer schön im Zickzack an den Schlaglöchern vorbei. Am Straßenrand hocken Frauen und Männer und verkaufen Benzin in Karaffen, Melonen, Kräuter, Tomaten, Weintrauben. Wenn man will, kann man sich auf der Stelle ein Schaf schlachten und grillen lassen.
Zwischen Flachland- und Bergetappe stoppt der Fahrer vor einer Holzbude. Schick angezogene Kinder mit viel zu großen Schultaschen gehen nach Hause. Tan wird hier verkauft, ein buttermilchähnliches Getränk, nicht jedermanns Sache, aber immerhin schön kalt.
Sisian hat knapp 20 000 Einwohner. Doch man darf den offiziellen Angaben nicht trauen. Die gewährte Entwicklungshilfe richtet sich unter anderem nach der Bevölkerungszahl. Die Stadt ist eher ein Nest mit einem Fluss, der kaum Wasser führt. Im Flussbett weiden Kühe. Man kommt vorbei an kaputten Fabriken, kleinen Gemüsegärten und Blumenverkäufern mit drei, vier Exemplaren im Angebot.
Eine alte Frau bittet um Geld, und kaum hat sie es bekommen, geht sie auf die andere Straßenseite und erzählt allen von ihrem Glück. Die Leute lachen und winken. Warusch, ein Lehrer, erzählt, er mache jetzt Kindertheater und brauche noch einen Kassettenrekorder, ihm fehle aber das Geld. Woher er es bekommen könnte? Er zuckt mit den Schultern, aber traurig sieht er nicht aus.
Karine ist schwanger. Sie arbeitet auch für eine Hilfsorganisation. Ihr Büro ist klein, im Regal stehen ein paar Ordner, ein Computer läuft, nebenan schauen Männer Fernsehen. An den Wänden im Flur hängen Schautafeln. Mit Bleistift vorgezeichnete Buchstaben sind mit Filzstift ausgemalt. Gezeigt wird, wie Saatgut für Kartoffeln, Harken und anderes landwirtschaftliches Gerät verteilt werden.
Dienstschluss. Sakis, der hauptsächlich in Sisian zu tun hat, trifft sich mit den anderen Kollegen im Holsten, einem Lokal am Stadtrand. Holsten wird hier nicht mehr verkauft, dafür aber der halbe Liter Kotayk, kein schlechtes Bier.
Bestellt wird per Telefon. Die Bedienung macht sich von der Küche auf, geht dann unter freiem Himmel über Treppen in eine der sechs »Burgen«. Etwa 15 Leute passen in so ein Einzimmerhaus, gemauert aus großen Quadern und außen mit der Imitation einer Wehrmauer versehen. Nebenan essen Entwicklungshelfer aus Dänemark, die kurz »Baref Dsez« sagen. Das ist armenisch und heißt »Guten Tag«. Diesmal gibt es wieder Grillfleisch, aber auch Fisch mit Bratkartoffeln. Und zwischendurch natürlich Toasts und Wodka.
Später zieht die Runde um ins Gästehaus. Fortan wird hier jeden Abend gekocht oder gegrillt. Sakis sagt: »Frauen bereiten das Essen vor, Männer kochen.« Seine Vorgesetzte aus Ohio nickt müde.
Das Haus steht in einer staubigen Straße. Das Sonnenlicht ist in Sisian besonders grell und macht alles noch grauer. Selbst den Garten hinter dem Haus. Jemand hat Bohnen und Paprika gepflanzt. Die Veranda ist zugewachsen mit Wein.
Im größten Raum des Hauses stehen der Esstisch und ein Sofa und wieder eine Schrankwand. Wenn diskutiert wird, und Armenier diskutieren eher, als dass sie sich unterhalten, dann hier. Ab und an erzählt jemand einen Witz: »Die Nationen der Welt treffen sich, um festzustellen, welche Nation die dümmste ist. Fünf Minuten wird nachgedacht, dann steht ein Georgier auf und sagt: 'Aber wir haben Wein'.«
Trotz aller Liebe zum eigenen Land möchten die meisten Armenier weg. Etwa 3,5 Millionen leben offiziell im Land, etwa doppelt so viele im Ausland. Viele in Frankreich, im Libanon, im Iran. Los Angeles ist für sie das, was für die Türken Berlin ist.
André Agassi, Alain Prost, Youri Djorkaeff, Jacques Chirac - sollen alle armenische Wurzeln haben. Und: Als Cher in Jerewan ankam, hat sie angeblich gesagt: »Toll, endlich sehen die Leute mal so aus wie ich.«
Thema an vielen Abenden ist die Sache in New York. Drei Armenier arbeiteten im World Trade Center. Alle haben überlebt. »Warum?« fragt Atasch, ein Kollege von Sakis, und antwortet selbst: »Der eine, weil er im ersten Stock Kaffee geholt hat, die anderen, weil sie wie immer zu spät zur Arbeit gekommen sind.«
Dann erzählt Atasch vom Erdbeben 1988, bei dem 25 000 Armenier starben. Atasch meint, dass eine Bombe das Beben ausgelöst hat. Aber so sicher ist er sich nicht. Anders bei Armenicum. Dieses Mittel hat, so Atasch, einem aidskranken Russen das Leben gerettet, aber die Welt will das Wundermedikament einfach nicht zur Kenntnis nehmen.
Eine CD von Sheryl Crow läuft. Für Atasch ist das »vegetarian music«. Er mag mehr Metallica. Auf Platz eins der russischen und damit armenischen Top-Ten ist Atasch zufolge gerade Rammstein. Sakis mag die Interpretin Kristina Orbakaite. Die Musik ist poppig, russisch und zuckersüß. Wenn sie singt, geht für Sakis die Sonne auf.
Am nächsten Tag muss Sakis beruflich nach Goris, einer Stadt nahe dem Korridor zur Exklave Nagorny-Karabach. Zum ersten Mal regnet es. Die Stadt hat gute Straßen. Man sieht mehr Menschen als in Sisian. Die meisten scheinen keine Arbeit zu haben. Etwa zehn Prozent sind offiziell arbeitslos. Sakis meint, es seien mindestens 50.
Den Vormittag verbringt Sakis damit, durch die Stadt zu fahren, auf der Suche nach zwei Kunden, die Schulden haben. Der eine soll in der Kaserne sein. Aber da ist er nicht. Auch nicht in seiner Plattenbauwohnung. Den anderen findet Sakis vor dem Bürgeramt. Beide verabreden sich in einer Stunde. Der Mann kommt nicht, also fährt Sakis zu ihm nach Hause. Dort verspricht der Schuldner, schon morgen alles zu begleichen. Der nächste Tag vergeht, ohne dass jemand bezahlt.
Übers Wochenende fahren wir nach Karabach. Die Trasse ist neu asphaltiert worden. Armenier im Aus- und Inland haben dafür Geld gespendet. Ein Visum brauchen wir nicht. Sakis hat das irgendwie geregelt. Der Grenzbeamte bekommt von Sakis Aspirin. Später, auf der Rückfahrt, wird Sakis ihm einen Pappbecher Wein geben.
Um sein Heimatdorf zu erreichen, nimmt Sakis einen verbotenen, aber besseren Weg. Die Straße führt durch eine zerstörte aserbaidschanische Stadt. Sie liegt in der eroberten Zone, die um Karabach errichtet wurde. Für Sakis ist das »keine eroberte Zone, sondern befreites Land«.
Jeweils am Ein- und Ausgang der Stadt steht ein Schild, das auf Minen und Blindgänger hinweist. Die Stadt war schon während des »Zentimeterkrieges«, wie Sakis sagt, vermint. Die geflohenen Aserbaidschaner hoffen immer noch auf eine Rückkehr. Doch heute steht kaum mehr ein Stein auf dem anderen, und die Armenier tun nichts dagegen. Fotografieren ist verboten, und Sakis rät, wenigstens den Namen der Stadt nicht zu nennen.
Karabach war der Auslöser für den Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan. Er begann 1988 damit, dass die armenische Bevölkerungsmehrheit in Karabach den in »alten sowjetischen Zeiten« noch garantierten Status quo, nämlich ihre Autonomie bedroht sah. Besonders durch Ansprüche Aserbaidschans, das genauso wie Armenien ein unabhängiger Staat werden wollte. Von Landtausch und Wiedervereinigung Karabachs mit Armenien war die Rede, dann wieder nicht. Dennoch unterstützte Armenien Karabach mit Waffenhilfe, als nach gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen armenischen und aserbaidschanischen Bürgern der offene Krieg begann.
Bis heute starben 20 000 Armenier und dreimal so viele Aserbaidschaner. Sakis sagt, dass mindestens 40 000 Armenier ihr Leben ließen.
Auf einigen Berggipfeln stehen bis heute Panzer mit 500 000-Mark-Raketen in Richtung Feind, Soldaten sieht man alle Nase lang. Sakis verlor im Krieg einen Vetter väterlicherseits. Er nennt ihn Bruder. Er wurde 19 Jahre alt und verblutete, weil die Sanitäter eine Viertelstunde zu spät kamen. Es wurde verhandelt, doch einen Friedensvertrag gibt es noch nicht.
Sakis' Heimatdorf ist angeblich reich. Einmal im Jahr ebnet ein Bulldozer die Wege. Es wäre längst wieder Zeit. Sakis Oma, Hersik heißt sie, ist ausgesprochen herzlich und ganz aufgeregt, Küsschen hier, Küsschen da.
Im Garten gibt es ein Plumpsklo, die Küche besteht aus einem Herd auf der Veranda. Oben im Gästezimmer stehen Betten, die einen verschlucken. Sakis und Gework finden das völlig normal.
Der Mann von Oma Hersik ist tot. Sie hat ihm versprochen, immer ein Feuer im Hause brennen zu haben. Deswegen geht sie im Winter nicht in die Stadt zu ihren Kindern. Gework und Freunde sind nachgekommen. Die Nachbarn haben vom Besuch gehört, dass Sakis und Gework da sind. Also sind sie auch da. Es dauert nicht lange, dann sieht man vom Tisch auf der Veranda nicht mehr viel. Wasser, Wein, Bier, Wodka, Käse, Gurken, Granatäpfel, Tomaten, frische Feigen, eingelegter Knoblauch, scharfe Peperoni, Brot, Fisch, Fleisch. Und Maulbeerwodka. Sehr gefährlich.
Am Tag darauf, mittags, hört man ein Schaf, aber nur kurz, dann hängt es an einem Baum. Auf dem Tisch steht wieder alles, was am Abend zuvor schon angeboten wurde. Selbstverständlich auch die Getränke. Das Schaf wird zerlegt, zerhackt. Es ist für das Nachmittagsbarbecue auf einer Bergwiese.
Gegrillt wird zwischen Eseln, Hühnern und Schweinen. Aus dem Auto schallt Kristina Orbakaite. Die Decke ist ausgebreitet, der Wodka offen, das Schaf fertig, die Sonne scheint, die Berge glänzen. Dann sagt Sakis »Ketzhuts!«, und das meint so viel wie: »Los, Prost!« Bis zum späten Nachmittag geht das so.
Im Tante-Emma-Laden unten im Dorf laufen die russischen Nachrichten. Gezeigt wird ein ARD-Interview mit Putin. Nach einem »Baref Dsez« ist man sofort eingeladen. Der Besitzer bringt einen Stuhl und stellt Kaffee und Bier auf die Ladentheke.
Tageslicht fällt durch die Ladentür, und ab und zu schaut jemand herein, um dann draußen zu berichten, was im Laden vor sich geht. Jemand, der mal in Deutschland stationiert war, kommt herein. Die Weltkarte wird gesucht und ausgebreitet. Dresden. Auf Dresden!
Unterwegs zurück zur Oma steht Howig auf der Straße. Man kommt an ihm nicht vorbei. Schon gar nicht als Fremder. Er redet kein Wort englisch, aber schnell ist klar, was er will. Also geht es zu ihm und seiner Familie. Essen. Seine fünfjährige Tochter bekommt kein Wort heraus und staunt über den Besuch. Howigs Frau bringt sehr leckere eingelegte Bohnen.
Die Sonne ist untergegangen, aber es bleibt warm. Howig will nach Los Angeles. Wie, weiß er noch nicht, aber sein Entschluss steht fest. Ein anderer Nachbar kommt. Man wartet bereits nebenan bei Sakis' Oma. Alle sind wieder da und ein kleines Feuer wird gemacht. Der Himmel ist sternenklar.
Am nächsten Tag, auf der Rückfahrt nach Jerewan macht Sakis Station in Stepanakert, der Hauptstadt von Karabach. Auf dem Friedhof zupfen eine Frau und ihre Tochter Unkraut. Sonst ist keiner hier. Sakis hat Nelken gekauft. Er kniet nieder vor dem Grab seines Vetters. Das Gesicht des Soldaten ist auf dem Grabstein eingraviert.
Sakis knickt die Nelken, damit sie nicht geklaut werden. Dann schüttet er Wodka in die Plastikbecher. Der Tote bekommt auch einen. Man stößt auf ihn an und schüttet den Wodka des Toten neben das Grab.
Es geht weiter. Der selbst gemachte Wein von Oma Hersik wird im Auto herumgereicht. Es ist tiefe Nacht, und Sakis stoppt an der Stelle, wo er beinahe gestorben wäre. Er ist mit dem Wagen und 100 Stundenkilometern von der Straße abgekommen, hat sich überschlagen, blieb aber unverletzt. Seitdem hat er ein neues Geburtsdatum. Er stellt eine Kerze auf und stößt an auf sein Glück im Unglück.
Das letzte, was Sakis von sich hat hören lassen, war, dass fünf Jungs in Jerewan ihn und seine Verlobte belästigt haben. Er ist ausgerastet, was normal ist, wenn jemand es an Respekt fehlen lässt. Es kam zu einer Schlägerei. Sakis ist in der Reanimationsstation aufgewacht und schmiedet derzeit Rachepläne. Und er schreibt: »Nicht bedanken. Wiederkommen!«