25.08.2004

LeserInnenworld

Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe gekürzt zu veröffentlichen. Zuschriften bitte an: briefe@jungle-world.com oder per Post an die Redaktion.

Jungle World 34/04: Täglich Kitsch

Inkonsequent höflich

Wenn Sprache die Wirklichkeit des Denkens ist, ergeben sich aus Jörg Sundermeiers beeindruckender Blütenlese möglicherweise Konsequenzen, die nicht zu ziehen einem höflichen Menschen gut ansteht. Aber seit wann sind Rezensenten höflich? Im Übrigen wäre auch die intellektuelle und seelische Disposition der Schüttschen Interview-Partner in Betracht zu ziehen, die, soweit ich sehen kann, durchweg größten Wert auf genau diese Partnerschaft gelegt haben und sich stets einfühlsam und verständnisvoll interpretiert fanden.

matthias oehme

Jungle World 35/04: Thema

Ideologisch

Keine Distanzierung von der Ideologie des Opfer-Bringens für Staat, Kapital und (Volks-)Gemeinschaft, keine Kritik der Arbeitsideologie, kein Stellen der einzig richtigen und Perspektivweisenden Frage »Warum nicht faul und glücklich?«, nicht der Hauch von jener kommunistischen Forderung »Jeder und Jedem nach seinen/ihren Bedürfnissen« – mit Emanzipation hat das wohl nichts zu tun. Die Sehnsucht nach einer von Partikularinteressen befreiten Politik, die sich in der nicht zufällig zum Leitmotiv erhobenen Parole »Wir sind das Volk« manifestiert, zeigt eher das Gegenteil an.

rollo martins

Überfällig

Die Montagsdemonstrationen sind der längst überfällige Anfang. Die radikale Linke, die seit Jahren lamentiert, dass sich hierzulande die Leute alles gefallen lassen, sollte die Gelegenheit nutzen und sich einmischen. Wer nur von außen Kritik übt, darf sich nicht wundern, wenn das Protestpotenzial von der PDS, der Sozialdemokratie oder gar den Rechten eingebunden wird.

verena

Jungle World 35/04: Als die Bestien schwiegen

At her best

Bravo! Biografisches Porträt, Film- und Buchrezension, Gesellschaftsanalyse, dazu ein bisschen Boulevard, wunderbar geschrieben – Jungle World at her best. Allein wegen solcher Texte darf die Jungle World nicht sterben.

mirko netsch