06.10.2004

»Heinz wurde fürchterlich verrissen«

small talk

Der Musiker Heinz-Rudolf Kunze setzt sich für deutsche Musik in den Radios ein. Jungle World hat sich bei seinem Fanclub, bei der »HRK-Interessengemeinschaft«, den »Wunderkindern«, dafür bedankt.

Ich wollte euch nur sagen, dass ich es dufte finde, dass sich der Heinz-Rudolf Kunze dafür einsetzt, dass auch mal mehr deutsche Bands im Radio gespielt werden.

Die Reaktion ist sehr freundlich, denn es ist ja noch nicht so lange her, da hat man Heinz deswegen verteufelt.

Das hat mich damals schon so geärgert. Wissen Sie, ich bin auch Musiker, meine Band nennt sich »Monsterjäger« und eben nicht »Ghostbusters«, wir haben uns extra einen deutschen Namen gegeben, weil wir es nicht mehr verstehen können, dieses Gedudel im Radio hier in Berlin, rauf und runter, immer dasselbe, und die deutschen Bands kommen überhaupt nicht mehr zum Zug.

Ja, da seid ihr in Berlin aber auch hart gestraft. Rotation pur.

Kriegt ihr jetzt gute Reaktion auf Heinz-Rudolf?

Bislang ist das sehr geteilt, ein bisschen habe ich das Ganze verflucht, dass Heinz in dieses Segment Bundesregierung und Kultur hineingegangen ist. Er ist da ja seit gut einem Jahr aktiv. Vor drei, vier Jahren ist er fürchterlich ins Fettnäpfchen getreten, weil er das Sprachrohr der Kampagne geworden ist. Nun läuft sie ja auf breiterer Front.

War das damals schlimm für euch?

Ja, natürlich. In einigen Artikeln, speziell im Spiegel und im Rolling Stone, wurde Heinz fürchterlich verrissen. Vor allen Dingen wurde er, und das hat uns sehr geärgert, in eine nationaldemokratische Ecke gestellt. Damit hat das überhaupt nichts zu tun.

Naja, es wär schon gut, wenn mehr deutsche Bands zum Zuge kämen.

Das ist ja nicht politisch zu sehen.

Die könnten ja auch mal mehr von Heinz-Rudolf im Radio spielen.

Schauen wir mal, wenn das neue Album im Frühjahr erscheint.

interview: stefan wirner