Die Idee mit den Bäumen kam ihr 1977 in ihrem Garten, als sie ein paar Setzlinge pflanzte. Dann pflanzte sie sieben Bäume in einem Park der kenianischen Hauptstadt Nairobi, von denen zwei bis heute stehen. Seitdem hat ihre Organisation, das »Green Belt Movement«, 30 Millionen Bäume im ganzen Land verteilt und gepflanzt. Am vergangenen Freitag gab das Nobelpreiskomitee bekannt, dass Wangari Maathai als erste afrikanische Frau den Friedensnobelpreis erhalten wird.
Ursprünglich ging es der Organisation gar nicht um Bäume, sondern um die Verbindung der kenianischen Frauenbewegung, in der sich vor allem Angehörige der Mittelschicht engagierten, mit der großen Mehrheit der in extremer Armut lebenden Kenianerinnen. »Anfangs haben wir gar nicht über Umweltschutz geredet, es ging nur um die Grundbedürfnisse der Frauen«, sagte die Professorin für Veterinäranatomie im Juli der Zeitschrift Zenith. »Als ich also von den Frauen vom Land gehört habe, dass sie kein Feuerholz, kein Futter für die Tiere und kein sauberes Trinkwasser hatten, kam mir die Idee, Bäume zu pflanzen. Dadurch würden die Frauen Feuerholz, Futter für die Tiere und Baumaterial bekommen. Gleichzeitig könnte die Bodenerosion verhindert werden.«
Maathais Idee traf den Nerv der Zeit. Die großen, auf teurer Technik basierenden Entwicklungsprojekte hatten sich als unsinnig erwiesen. Umweltschutz- und Frauenbewegung waren weltweit in der Offensive. Maathai erhielt Unterstützung aus dem Ausland, und internationale Preise wurden fortan beinahe jährlich an sie verliehen.
Damit wurde sie zur Feindin des Regimes unter Daniel arap Moi. Mehrere Male wurde Maathai während Protestaktionen schwer verletzt und verhaftet. Erst im vorigen Jahr gelang es, Moi abzuwählen. Die so genannte »eiserne Lady der Umweltschützer« ist inzwischen stellvertretende Umweltministerin. Der Nobelpreis sei »die Anerkennung der vielen Anstrengungen afrikanischer Frauen, die trotz aller Probleme den Kampf weiterführen«, sagte Maathai am Freitag.
alex veit