Von Zeesen bis Beirut

Nationalsozialismus und islamischer Antisemitismus. Von Matthias Küntzel

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»Höre!«, sagt der Rabbi zu einem jungen Juden. »Wir haben von oben einen Auftrag erhalten. Wir brauchen für das ungesäuerte Brot am Passahfest das Blut eines Christenkindes.« In der nächsten Szene wird ein verängstigter Junge aus der Nachbarschaft herbeigezerrt. Dann fährt die Kamera auf das Kind zu und in Großaufnahme sieht man, wie ihm die Kehle durchschnitten wird. Das Blut spritzt aus der Wunde und strömt in ein Metallbecken.

Der Satellitenkanal Al-Manar, der dies ausstrahlte, wird von der islamistischen Hizbollah (Partei Gottes) betrieben. Die blutrünstige Szene ist Bestandteil einer 29teiligen Serie namens »Al-Shatat« (»Diaspora«), die Al-Manar mit Unterstützung syrischer Regierungsstellen produziert und während des Ramadan 2003 erstmals gesendet hat. Folge für Folge wird hier das Phantasma der jüdischen Weltverschwörung kolportiert: Juden hätten Tod und Verderben über die Menschheit gebracht, Juden hätten beide Weltkriege ausgelöst, Juden hätten die Chemiewaffen erfunden und Hiroshima und Nagasaki mit Atombomben zerstört.

Mit 300 Angestellten ist dieser Sender der nach Al-Jazeera wirkungsvollste in der arabisch-islamischen Welt. Zehn Millionen Menschen empfangen täglich das rund um die Uhr aus Beirut ausgestrahlte Programm. Al-Manar (»Das Leuchtfeuer«) ist die erste und bisher einzige satellitengestützte TV-Station, die Objektivität nicht einmal vortäuscht, sondern sich als globale Plattform des Islamismus versteht. Ihre Beliebtheit verdankt sie zahllosen Videoclips, die mit inspirierender Grafik und mitreißender Musik für Selbstmordattentate werben. Al-Manar drängt nicht nur auf Terrorakte gegen Israel, sondern inspiriert sie, rechtfertigt sie und feiert sie.

Und dennoch: Drei Monate nach Ausstrahlung der »Al-Shatat«-Serie veranstalteten die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung und das »Forschungsinstitut« der Hizbollah eine gemeinsame Tagung in Beirut. Titel: »Die Islamische Welt und Europa: Vom Dialog zur Übereinkunft«. Ebenso bemerkenswert wie das Bündnis zwischen den think tanks einer deutschen Regierungspartei und einer islamistischen Terrororganisation war die Tagesordnung dieser Konferenz: Der Topos »Besatzung und Widerstand« stand auf dem Programm, nicht aber die antisemitische Agitation von Al-Manar.

Solch unbekümmerte Haltung gegenüber dem islamistischen Judenhass ist kennzeichnend für den deutschen Diskurs: Während der Antisemitismus eines MdB Martin Hohmann öffentliche Empörung provoziert, wird derselbe Antisemitismus, sofern Muslime ihn artikulieren, als vermeintlicher Reflex auf den Nahostkonflikt verharmlost oder ganz ignoriert. Bis heute schließt dieses Schweigen über den islamischen Antisemitismus das Schweigen über dessen Wurzeln im Nationalsozialismus mit ein. Oder haben Sie schon jemals von dem Kurzwellensender Zeesen gehört?

In Zeesen, einem Ort mit 4 000 Einwohnern im Süden Berlins, stand einst der leistungsstärkste Kurzwellensender der Welt. Seit 1939 sendete er täglich sein arabischsprachiges Programm. Von allen fremdsprachigen Redaktionen hatte die Orient-Redaktion »absoluten Vorrang«, heißt es in einer Dokumentation der Deutschen Welle. »Sie sendete für Araber, Türken, Perser und Inder und brachte es auf rund 80 Mitarbeiter, freiberufliche Sprecher und Übersetzer eingeschlossen.« Kein anderer Sender erfreute sich zwischen 1939 und 1945, als man in der arabischen Welt dem Radio vorzugsweise auf öffentlichen Plätzen oder in Basaren und Kaffeehäusern lauschte, einer größeren Beliebtheit als der Nazi-Sender aus Zeesen. Hier wurden antisemitische Hetzbeiträge geschickt mit Zitaten aus dem Koran und arabischen Musikbeiträgen vermischt.

Die Alliierten des Zweiten Weltkriegs wurden als von »Juden« abhängige Mächte gezeichnet und den Zuhörern das Bild von den »Vereinten Jüdischen Nationen« eingetrichtert. Gleichzeitig wurden Juden als die schlimmsten Feinde des Islam attackiert: »Der Jude war seit Mohammeds Zeiten nie ein Freund der Moslems. Der Jude ist der Feind, und ihn zu töten erfreut Gott.« Heute ist es der Hizbollah-Sender Al-Manar, der eben diese Botschaft per Satellit verbreitet. Durch welche geschichtlichen Bezüge sind der Kurzwellensender aus Zeesen und die Fernsehstation von Beirut verknüpft?

Hakenkreuze in Palästina

Programmhöhepunkte bei Radio Zeesen waren die Jihad-Aufrufe der damals populärsten Figur in der arabisch-islamischen Welt, des Mufti von Jerusalem, Amin el-Husseini (1895–1974). Seit 1941 lebte er in Berlin und beaufsichtigte die arabischen Rundfunkausstrahlungen aus Zeesen, Athen und Rom. Niemand beförderte den Judenhass unter Muslimen erfolgreicher als der Mufti. Die europäische Verantwortung hierfür ist evident, war el-Husseini doch eine von europäischen Mächten eingesetzte und geförderte Instanz: Es waren die Briten, die ihn 1920 wegen Aufstachelung zum Judenhass erst zu einer zehnjährigen Haft verurteilten, dann amnestierten und 1921 gegen den Mehrheitswillen der Palästinenser in sein Amt als Mufti brachten. Es waren die Deutschen, die ihn zwischen 1937 und 1945 für seine Dienste bezahlten. Und es waren die Franzosen, die 1946 dem international als Nazi-Kriegsverbrecher gesuchten Mufti die Flucht nach Ägypten und die Fortsetzung seiner Politik ermöglichten.

Niemand prägte zugleich die Frühgeschichte des Nahostkonflikts maßgeblicher als der Mufti, der als Präsident des Muslimischen Oberrats nicht nur die höchste religiöse Autorität, sondern zugleich die Zentralfigur des palästinensischen Nationalismus war.

Schon im Frühjahr 1933 versicherte er dem deutschen Konsul in Jerusalem, dass »die Muslime innerhalb und außerhalb Palästinas das neue Regime in Deutschland willkommen heißen und die Ausweitung einer faschistischen und antidemokratischen Staatsführung auf andere Länder erhoffen«. Die Jugendorganisation der vom Mufti gegründeten Partei firmierte zeitweilig als Nazi scouts und richtete sich mit Einheitshemd und Koppel am Vorbild der Hitlerjugend aus.

Diese Parteinahme war den Nazis bis zum Sommer 1937 noch unangenehm. Höflich, aber bestimmt lehnte Berlin die arabischen Angebote zur Zusammenarbeit ab. Erst im Juni 1937 revidierte Berlin diesen Kurs. Auslöser war der Vorschlag der britischen Peel-Kommission, das Mandatsgebiet Palästina in einen kleineren jüdischen und einen größeren muslimisch-arabischen Staat aufzuteilen. Die »Bildung eines Judenstaates … liegt nicht im deutschen Interesse«, konterte umgehend der Reichsminister des Auswärtigen, Konstantin von Neurath. »Es besteht daher ein deutsches Interesse an Stärkung des Arabertums als Gegengewicht gegen etwaigen solchen Machtzuwachs des Judentums.«

Stärkung der Araber gegen die Juden: Zwar verfolgte Berlin, um London nicht zu verprellen, den neuen Kurs zunächst nur auf leisen Sohlen, doch das Ausmaß der jetzt in Gang gesetzten Aktivitäten war imposant. Studenten aus arabischen Ländern erhielten deutsche Stipendien, Firmen heuerten arabische Auszubildende an, arabische Parteiführer wurden zu Nürnberger Parteitagen und Armeeführer zu Wehrmachtmanövern eingeladen. In Berlin wurde ein »Arabischer Klub« als Zentrum der Palästina-Agitation und des arabischsprachigen Rundfunkbetriebs etabliert.

Im September 1937 traten zwei Mitarbeiter des Judenreferats im Sicherheitsdienst (SD) der SS, darunter Adolf Eichmann, eine mehrwöchige Erkundungsfahrt in den Nahen und Mittleren Osten an. Es folgten ausgedehnte Reisen des Führers der Hitlerjugend, Baldur von Schirach, sowie des Chefs der Abwehr, Wilhelm Canaris. Im April 1939 hielt sich schließlich auch der Leiter des Orient-Referats im Auswärtigen Amt, Otto von Hentig, in Palästina und Ägypten auf. Dieser Aktivismus blieb nicht ohne Resultat. Von Schirach stiftete das Geld für den Aufbau eines »Arabischen Klubs« in Damaskus, in dem deutsche Nazis Rekruten für die Aufstandsbewegung des Mufti trainierten, und Canaris überzog die Region mit einem Spionagenetz.

Die größte Wirksamkeit aber entfaltete das arabische Programm aus Zeesen, »unser Fernkampfgeschütz im Äther«, wie Goebbels es nannte. Es nahm seinen regulären Betrieb am 25. April 1939 auf und sendete täglich ab 17.45 Uhr Berliner Zeit. Hier wurden alle Araber verhöhnt, die mit Zionisten auch nur verhandeln wollten. »Der Sprecher von Radio Berlin bezeichnete (den jordanischen König) Amir Abdallah regelmäßig als ›Rabbi Abdallah‹«, berichtete der spätere BBC-Journalist Nevill Barbour. »Es war nicht gerade leicht, die Nazipropaganda über die jüdische Heimstätte in Palästina zu kontern.« Doch Radio Zeesen war auch deshalb kaum zu schlagen, weil es hemmungslos antiwestliche Ressentiments mobilisierte. Mit seiner Hinwendung zur arabischen Welt hatte Berlin das antimodernistische Potenzial des Islam entdeckt.

Nationalsozialismus und Islam

Nicht nur Heinrich Himmler schwärmte von der »weltanschaulichen Verbundenheit« zwischen Nationalsozialismus und Islam; er führte den Begriff der »Muselgermanen« ein. Auch Amin el-Husseini wies auf das »Parallel-Laufen« der Ideale der Muslime und Deutschen hin und definierte die Berührungspunkte folgendermaßen: 1. Monotheismus – Einheit der Führung. 2. Die ordnende Macht – Gehorsam und Disziplin. 3. Der Kampf und die Ehre, im Kampf zu fallen. 4. Die Gemeinschaft. 5. Familie und Nachwuchs. 6. Verherrlichung der Arbeit und des Schaffens. 7. Das Verhältnis zu den Juden – »In der Bekämpfung des Judentums nähern sich der Islam und der NS einander sehr.«

Doch gerade der letztgenannte Punkt verstand sich nicht von selbst. Der rassistisch motivierte Antisemitismus und das Phantasma von der jüdischen Weltverschwörung waren europäischen Ursprungs und dem ursprünglichen Judenbild des Islam fremd. Nur in der Christuslegende erscheinen Juden als eine tödliche und mächtige Instanz, die es angeblich gar fertig brachten, Gottes einzigen Sohn zu töten. Ganz anders der Islam. Ihm zufolge haben nicht die Juden den Propheten ermordet, sondern der Prophet die Juden: Mohammed hatte alle jüdischen Stämme aus Medina in den Jahren 623 bis 627 versklavt, vertrieben oder getötet. Deshalb tauchten, wie der Islamwissenschaftler Bernard Lewis betont, die charakteristischen Züge des christlichen Antisemitismus in der muslimischen Welt nicht auf: »Es gab keine Ängste vor einer jüdischen Verschwörung und Vorherrschaft, keine Anklagen wegen diabolischer Bösartigkeit, Juden wurden nicht beschuldigt, Brunnen zu vergiften oder die Pest zu verbreiten.« Stattdessen begegnete man den Juden mit Verachtung oder mit herablassender Duldung. Diese kulturelle Prägung ließ die Vorstellung, ausgerechnet Juden könnten eine permanente Gefahr für die Muslime und die Welt bedeuten, absurd erscheinen.

Umso kraftvoller musste diese Wahnidee der arabisch-islamischen Welt eingehämmert werden. Für ihre Verbreitung war der Konflikt über Einwanderung und Landerwerb in Palästina nicht die Ursache, sondern lediglich eine Gelegenheit. Von einer »uralten Feindschaft« handelte beispielsweise die Broschüre über »Islam und Judentum«, die die Nazis an die muslimischen Angehörigen der aus Bosniaken rekrutierten SS-Division »Handschar« verteilten. Über Radio Zeesen wurde der Topos des »ewig feindseligen Juden« in immer neuen Variationen beschworen. Typisch etwa die Rede, die der Mufti im November 1943 hielt: »Dieses Volk ist der Feind der Araber und des Islam seit dessen Bestehen. Der Heilige Koran hat diese alte Feindschaft in den folgenden Worten ausgesprochen: ›Du wirst finden, dass die den Gläubigen am feindlichsten Gesinnten die Juden sind.‹ Sie versuchten, den verehrungswürdigen Propheten zu vergiften, leisteten ihm Widerstand, waren ihm feindlich gesonnen und intrigierten gegen ihn. Dies war vor mehr als 1 300 Jahren der Fall. Seit jener Zeit haben sie nicht aufgehört, gegen die Araber und Mohammedaner ihre Intrigen zu spinnen.« So wurde aus den unterlegenen Zeitgenossen Mohammeds eine ewige Bedrohung für alle Muslime konstruiert.

Dem Mufti war der Rekurs auf das 7. Jahrhundert auch aus einem zweiten Grund gerade recht. Sein Judenhass war eine Kampfansage an den »Einbruch liberalistischer Ideen« in die Welt des Islam. Ägypten hatte sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts der Moderne geöffnet, die Türkei ersetzte in den zwanziger Jahren das Kalifat durch das Leitbild Kemal Atatürks, und auch Reza Khan forcierte die Säkularisierung des Iran. Dieser Reformströmung des Islam ließ der Mufti in seinem Machtbereich nicht den geringsten Raum. Er sah in Jerusalem den Kristallisationskern der »Wiedergeburt des Islam« und in Palästina das Zentrum, von dem aus der Widerstand gegen Juden und die Moderne seinen Anfang nehmen sollte. »Das Kino, das Theater und einige schamlose Zeitungen (…) kommen wie Nattern in unsere Häuser und Höfe, wo sie die Moral töten und die Grundlagen der Gemeinschaft zerstören«, rief er 1935 auf einer Konferenz islamischer Religionsgelehrter aus und stellte die vermeintlichen Urheber dieser Entwicklung bloß: »Die Juden haben hier ihre Sitten und Gebräuche verbreitet, die im Gegensatz zu unserer Religion und unserer ganzen Lebensweise stehen. (…) Die jüdischen Mädchen, die in kurzen Hosen herumlaufen, demoralisieren unsere Jugend durch ihre bloße Anwesenheit.«

Unermüdlich nutzte el-Husseini sein Amt, um den Antizionismus zu islamisieren und den Hass auf Juden religiös zu motivieren. Diese Ausrichtung vollzog der Mufti in Verbindung mit seinem damals prominentesten Bundesgenossen, dem islamischen Fundamentalisten Izz al-Din al-Qassam, der den Selbstmordbombereinheiten der Hamas als Namensgeber dient. Als erster Scheich der Neuzeit hatte al-Qassam seit 1931 in der Umgebung von Haifa eine Bewegung geformt, die die Ideologie der devoten Rückkehr zum Ur-Islam des 7. Jahrhunderts mit der Praxis des Jihad-Aufstands gegen die Ungläubigen verband.

Die 1936 beginnenden Unruhen, die als »Arabischer Aufstand« in die Geschichte eingegangen sind, waren das erste Experimentierfeld der sich formierenden islamistischen Ideologie. Hier kamen erstmals jene Terrorpraktiken zur Anwendung, denen sich später auch Muslime in Algerien, Afghanistan oder dem Iran ausgesetzt sahen.

Keimzelle des Islamismus

Der »Arabische Aufstand«, der sich etappenweise bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs hinzog, begann im April 1936 als Streikbewegung gegen jüdische Einwanderung und britische Herrschaft. Die zweite Phase nahm im Herbst 1937, nach der Veröffentlichung des Peel-Plans zur Teilung Palästinas, ihren Lauf. In sie schaltete sich die deutschen Außenpolitik maßgeblich ein: »Der Mufti selbst gab zu, dass es seinerzeit nur durch die ihm von den Deutschen gewährten Geldmittel möglich war, den Aufstand in Palästina durchzuführen. Von Anfang an stellte er hohe finanzielle Forderungen, denen die Nazis in sehr großem Maße nachkamen.«

Von nun an wurde der Charakter dieser Unruhen vom Mufti und den Anhängern von Scheich al-Qassam bestimmt. Brachial führten sie in den von Juden und Briten »befreiten« Zonen neue Kleiderordnungen und Sharia-Gerichte ein und liquidierten »unislamische« Abweichler in großer Zahl. Bewundernd berichtete 1943 ein deutscher Biograf des Mufti über die Erschießung palästinensischer Araber, die sich mit der Weigerung, die heute als »Paletuch« bekannte Kaffiyah zu tragen, dem Zwang zur Unterordnung widersetzten. Nicht minder drakonisch wurden arabische Christinnen und alle anderen Frauen zur Verschleierung gezwungen.

Gleichzeitig nahm man neben Juden und Briten besonders die Palästinenser ins Visier, die den Ausgleich mit dem Zionismus und der Mandatsmacht suchten und den Peel-Plan unterstützten. »Menschen, die Land an Juden verkauften (…) oder moderate politische Ansichten hegten und deren Nationalismus man als unterentwickelt verdächtigte, (…) wurden nicht immer sofort getötet; manchmal wurden sie gekidnappt und in den Gebirgsabschnitten unter die Kontrolle der Rebellen gestellt«, berichtet Yehuda Porath. »Dort warf man sie in Gruben, die mit Schlangen und Skorpionen versetzt waren. Falls die Opfer nach mehreren Tagen in dieser Grube noch lebten, wurden sie vor eines der Rebellengerichte gebracht … und normalerweise zum Tod oder, als spezielle Form der Rechtsprechung, zu massiver Auspeitschung verurteilt. Der Terror war so massiv, dass niemand, einschließlich der Religionsgelehrten und Priester, es wagte, ordentliche Bestattungen durchzuführen.«

Im Herbst 1938 erreichten diese Unruhen ihren Höhepunkt. Etwa 10 000 Kämpfer (darunter 3 000 Berufssöldner) standen nunmehr im Solde el-Husseinis. Die wichtigsten Kommandeure gehörten zum Kreis der »Qassamiten«, während der Mufti den »Aufstand« von Beirut aus leitete. Dr. Fritz Reichert vom Deutschen Nachrichtenbüro traf mehrfach mit Repräsentanten der Aufstandsbewegung zusammen und stellte wiederholt heraus, »dass aufgrund von Zusagen des Dritten Reiches an Hadj Amin El-Husseini die arabischen Nationalisten bald über genügend finanzielle Mittel zur Fortsetzung ihrer Rebellion verfügen.«

Warum wollten die Nazis die Unruhen in die Länge ziehen? Den wichtigsten Grund formulierte Alfred Rosenberg, der Leiter des Außenpolitischen Amts der NSDAP. »Je länger der Brand in Palästina anhält«, prophezeite er im Dezember 1938, »umso mehr festigen sich die Widerstände gegen das jüdische Gewaltregime in allen arabischen Staaten und darüber hinaus auch in den anderen moslemischen Ländern.« In der Tat. Erst die Kämpfe in Palästina machten beispielsweise die 1928 gegründete Keimzelle des Islamismus, die ägyptische Moslembruderschaft, zu jener einflussreichen Organisation, aus deren Reihen später nicht nur die Hamas, sondern auch Usama bin Ladens »Islamische Weltfront für den Jihad gegen Juden und Kreuzfahrer« hervorgegangen ist. Während die ägyptische Muslimbruderschaft 1936 noch 800 Mitglieder zählte, waren es 1938 bereits 200 000. In der Zwischenzeit fand nur eine einzige Kampagne statt: die Mobilisierung für den vom Mufti geführten Aufstand in Palästina.

Islamismus und NS

Im Mai 1936 rief die Moslembruderschaft, unmittelbar nach Beginn der palästinensischen Revolte, zum Boykott aller jüdischen Geschäfte in Ägypten auf. Nach der Veröffentlichung des Peel-Plans verschärfte sich die antijüdische Agitation. Auf gewalttätigen Studentendemonstrationen in Kairo, Alexandria und Tanta wurden Rufe laut wie »Nieder mit den Juden«, »Juden raus aus Ägypten und Palästina«. Begeistert berichtete Giselher Wirsing, ein führender Journalist des Dritten Reiches, von den Stoßwellen, die das »politische Erdbebenzentrum« Palästina in Ägypten hinterließ. Zufrieden konstatierte der Nazi-Journalist »eine ausgesprochene Rückwendung zu den religiösen Überlieferungen des Islams« und »eine scharfe Gegnerschaft gegen den westlerischen Liberalismus. (…) Die neue Entwicklung in Ägypten (…) zeigt, wie stark diese Theokratie sich nach der Überwindung des ersten liberalistischen Ansturms wieder zu beleben vermag.«

Bevorzugt wurde nun auch in Ägypten der aufkeimende Islamismus mit Nazi-Geld unterstützt. Aus Dokumenten, die man in der Wohnung des Direktors des Deutschen Nachrichtenbüros in Kairo, Wilhelm Stellbogen, sicherstellte, geht hervor, »dass die Muslimbruderschaft vor Oktober 1939 Subventionen vom DNB erhielt. Stellbogen war am Transfer dieser Gelder an die Bruderschaft beteiligt, deren Summe beträchtlich höher lag als die Beträge, die anderen antibritischen Aktivisten angeboten wurden. Diese Geldtransfers scheinen von Hadj Amin el-Husseini und einigen seiner palästinensischen Kontaktpersonen in Kairo … koordiniert worden zu sein.« Diese Zuwendungen gestatteten es der Muslimbruderschaft, eine Druckwerkstatt mit 24 Beschäftigten zu etablieren und modernste Propagandamittel einzusetzen. Unter dem Titel »Feuer und Zerstörung in Palästina« wurde beispielsweise eine 80seitige Broschüre mit 50 Fotos über angebliche Gewalt- und Folterakte in mehreren zehntausend Exemplaren unter die Leute gebracht.

So brachten die Jahre 1936 bis 1939 den Islamismus als antisemitische und antimodernistische Massenbewegung hervor. Bis 1936 waren die moderaten arabischen Kräfte, die den Zionismus begrüßten oder doch zumindest tolerierten, noch in keiner Weise marginalisiert. Dies änderte sich, nachdem die Nazis ihr Gewicht in die Waagschale der Islamisten geworfen hatten. Sie stachelten die Unruhen in Palästina erfolgreich an und trugen somit dazu bei, das antijüdische Feindbild nach Ägypten zu verpflanzen. Die islamistische Massenmobilisierung wurde finanziell und ideologisch von Radio Zeesen und anderen Propagandaträgern unterstützt. Auch deshalb setzte sich im arabischen Teil der islamischen Welt nicht der aufgeklärte Modernismus eines Kemal Atatürk, sondern der Islamismus und Antisemitismus eines Hassan al-Banna durch. Der Kurzwellensender von Zeesen erweist sich im Rückblick als die Schnittstelle, die die antisemitische Weltanschauung in die arabische Welt transferierte und den frühen arabischen Islamismus mit dem späten Nationalsozialismus verband. Radio Zeesen stellte seinen Betrieb im April 1945 ein. Seine Frequenzen des Hasses breiteten sich aber erst von nun an in der arabischen Welt wirklich aus.

Bruder Hitler

Dem 8. Mai 1945 folgte eine zweifache Teilung der Welt. Die Spaltung in politökonomische Systeme ist als Kalter Krieg bekannt. Die zweite Kluft, die der Kalte Krieg nur überdeckte, hat mit dem Fortleben nationalsozialistischen Gedankenguts zu tun. In ihrem Bericht über den 1961 geführten Prozess gegen Adolf Eichmann gab Hannah Arendt den Blick auf diesen Abgrund frei: »Die Zeitungen in Damaskus und Beirut, in Kairo und Jordanien verhehlten weder ihre Sympathie für Eichmann noch ihr Bedauern, dass er ›sein Geschäft nicht zu Ende geführt‹ habe; eine Rundfunksendung aus Kairo am Tag des Prozessbeginns enthielt sogar einen kleinen Seitenhieb auf die Deutschen, denen jetzt noch vorgeworfen wurde, dass ›im letzten Krieg nicht ein deutsches Flugzeug je eine jüdische Siedlung überflogen und bombardiert‹ hätte.« Dasselbe Bedauern und den Herzenswunsch, endlich alle Juden vernichtet zu sehen, formulierte der Kolumnist der zweitgrößten, staatlich kontrollierten ägyptischen Tageszeitung, Al Akhbar, im April 2002: »Hinsichtlich des Schwindels mit dem Holocaust haben viele französische Studien bewiesen, dass dies nichts als Fabrikation, Lüge und Betrug ist. Ich aber beschwere mich bei Hitler und erkläre ihm vom tiefsten Grund meines Herzens: ›Wenn du es nur getan hättest, mein Bruder‹, wenn es doch nur wirklich geschehen wäre, sodass die Welt ohne ihr (der Juden) Übel und ihre Sünde erleichtert aufseufzen könnte.«

Die Logik ist klar: Der Jude ist das Übel der Welt, das vernichtet werden muss. Deshalb gehört Israel von der Landkarte radiert. Und deshalb ist die Shoah kein Vergehen, sondern ein fehlgeschlagener Versuch, dem man eine erfolgreichere Wiederholung wünscht. Dämonisierung der Juden, Legitimierung des Holocaust und Liquidierung Israels: drei Seiten eines ideologische Dreiecks, das sich nicht hält, wenn auch nur eine der drei Seiten fehlt. Warum fand nach 1945 dieser Wahnsinn in der arabischen Welt sein seither wirkungsmächtigstes Exil?

Hier kommt erneut der Mufti ins Spiel. Zwar war er für die Gräuel der muslimischen SS-Division in Bosnien ebenso persönlich verantwortlich wie für die Tötung von Tausenden jüdischen Kindern im Holocaust. Dennoch verzichteten die USA und Großbritannien, um es sich mit der arabischen Welt nicht zu verderben, auf seine Strafverfolgung, während Frankreich, in dessen Gewahrsam sich el-Husseini seit 1945 befand, ihn laufen ließ. Als die Schlagzeilen der Weltpresse am 10. Juni 1946 die »Flucht« des Mufti aus Frankreich verkündeten, »wurden die arabischen Viertel von Jerusalem und die arabischen Städte und Dörfer in Palästina mit Girlanden und Flaggen geschmückt und überall das Porträt des großen Mannes gezeigt«. Indem die Alliierten den Mufti amnestierten, wurde sein Antisemitismus rehabilitiert. Mehr noch: Die Araber sahen in der Straflosigkeit des Mufti »nicht nur eine Schwäche der Europäer, sondern auch Absolution für geschehene und kommende Ereignisse«, bemerkte 1947 Simon Wiesenthal. Nun begann die pro-nationalsozialistische Vergangenheit »eine Quelle des Stolzes, nicht der Scham« zu werden.

Die entgegengesetzten Sichtweisen auf den Holocaust prallten erstmals im November 1947 in der Vollversammlung der Vereinten Nationen aufeinander. Auf der einen Seite diejenigen, für die die Shoah eine Tatsache und Katastrophe war, weswegen sie sich für die Teilung Palästinas und die Gründung Israels einsetzten. Auf der anderen Seite diejenigen, für die der UN-Beschluss ein weiterer Beweis »jüdischer Weltverschwörung« war. Zu ihnen gehörte der Führer der Muslimbrüder, Hassan al-Banna, der den UN-Plan als ein »internationales Komplott« attackierte, »ausgeführt von den Amerikanern, den Russen und den Briten unter dem Einfluss des Zionismus«, sowie der erneut zum palästinensischen Wortführer avancierte Amin el-Husseini. Statt Palästina in zwei Staaten zu teilen, sollten »die Araber … gemeinsam über die Juden herfallen und sie vernichten, sobald sich die britischen Streitkräfte (aus Palästina) zurückgezogen« hätten.

Kein arabischer Staatschef fand den Mut, dem populären Führer der Palästinenser zu widersprechen. So bereiteten der Zynismus des Westens, der den Mufti 1946 unbehelligt ließ, und der Opportunismus der Araber einer der fatalsten Weichenstellungen des 20. Jahrhunderts den Weg. Als Israel am 14. Mai 1948 gegründet wurde, überschritten die Armeen Ägyptens, Transjordaniens, des Irak, Syriens und des Libanon die Grenzen Palästinas.

Zwar ging der neue Staat aus diesem Krieg, der 6 000 Israelis das Leben kostete, als Sieger hervor. Der Antisemitismus erreichte jedoch eine neue Dimension. Gamal Abdel Nasser, dessen Putsch von 1952 eine Folge der arabischen Niederlage war, verbreitete die Zentralschrift des europäischen Antisemitismus, »Die Protokolle der Weisen von Zion«, in der arabischen Welt. Darüber hinaus setzte Nasser viele der zahllosen Naziverbrecher, die sich ihrer Bestrafung durch Flucht nach Ägypten entzogen hatten, da ein, wo sie Profis waren – in der antijüdischen Propaganda.

Erst als auch Nassers Feldzug gegen Israel im Sechs-Tage-Krieg von 1967 kläglich gescheitert war, wurde der zuvor geschürte Hass auf Juden islamistisch radikalisiert. Nassers antijüdische Propaganda war mit einer Neigung für die angenehmen Seiten des Lebens noch einhergegangen. Jetzt aber wurde der Antisemitismus mit dem Hass der Islamisten auf Sinnlichkeit und Lebensfreude vermischt und – in Anknüpfung an den 30 Jahre zuvor in Palästina initiierten Jihad – als religiöser Widerstand gegen alle »Verderber der Welt« popularisiert. Jetzt »entdeckte« man, dass nicht nur alles Jüdische böse, sondern alles »Böse« jüdisch sei. Jetzt erklärte man Palästina zum heiligen islamische Gebiet (Dar al-Islam), in welchem Juden nicht einmal ein Dorf regieren dürften, und Israels Vernichtung zu einer religiösen Pflicht. Jetzt breitete sich ungehindert intellektuelle Verwüstung aus: Man begann, Juden in Anlehnung an Koranverse als »Schweine« und »Affen« verächtlich zu machen und bot als wissenschaftliche Erkenntnis die Behauptung feil, dass das Verzehren von nicht-jüdischem Blut ein religiöser Ritus der Juden sei. Eine weitere Steigerung wurde 1982 erreicht, als die Hizbollah damit begann, Menschen systematisch als Bomben einzusetzen. Der Hass auf Juden war nun größer als die Furcht vor dem Tod; die Ideologie der Vernichtung schlug in die Praxis der Zerfetzung beliebiger Juden um. Wann immer die Möglichkeit einer friedlichen Lösung am Horizont erschien, wurde sie im Blut suizidaler Massenmorde ertränkt.

Islamischer Antisemitismus und EU

Von Zeesen bis Beirut: Die internationale Medienkampagne gegen die Juden, die vor 60 Jahren mit einem »Fernkampfgeschütz im Äther« (Goebbels) begann, wird heute als Nahkampfanleitung per Satellit fortgesetzt. Je blutiger die Massaker in Israel und Palästina, desto höher die Einschaltquote für Al-Manar und desto erfolgreicher die antisemitische Mobilisierung in der arabisch-islamischen Welt, die wiederum den Blutzoll im Nahostkonflikt weiter zu erhöhen verspricht. Diese Eskalationsstrategie ist keine Reaktion auf eine bestimmte israelische Politik. Was immer die israelische Regierung unternimmt, wird einer Sichtweise untergeordnet, die den jüdischen Staat als Repräsentanz des Bösen auszulöschen sucht.

Das Böse aber ist »der Jude« selbst: In Windeseile ging beispielsweise im September 2001 die von der Hizbollah ausgedachte und von Al-Manar gesendete Legende um die Welt, der zufolge 4 000 Juden am 11. September nach einer Warnung des Mossad nicht an ihren Arbeitsplätzen im World Trade Center erschienen seien. Schon ihre globale Verbreitung und Akzeptanz markiert eine Zäsur: Über Nacht wurde das Konstrukt der jüdischen Weltverschwörung als zentrales Deutungsmuster eines weltweit beachteten Ereignisses popularisiert. Wenn es »heute mehr Antisemiten und mehr Antisemitismus als je auf der Welt« gibt, wie Alain Finkielkraut konstatiert, dann auch wegen Al Manar.

In Europa wird dieser Sender, der seine Unkosten unter anderem mit Werbeeinlagen von Maggi, Henkel und Milka deckt, über den Satellitenbetreiber Eutelsat und dessen Satellit Hotbird 4 ausgestrahlt. Nach Schätzungen der Tageszeitung Liberation können allein in Frankreich 2,6 Millionen Haushalte den Kanal empfangen, der sich seit dem 11. September auch in arabischen Vierteln in Deutschland wachsender Beliebtheit erfreut. In Frankreich löste die Ausstrahlung der 29teiligen Serie »Al-Shatat« immerhin Proteste aus. Dort drängt Premierminister Raffarin, der sich Auszüge dieser Serie vorspielen ließ, auf eine Änderung der Mediengesetze, um die Ausstrahlung des Senders künftig zu verhindern.

In Deutschland ist von solchen Schritten nichts bekannt. Als im Februar 2004 der Präsident von Eutelsat mit Vertretern der französischen Aufsichtsbehörden zusammentraf, um über Maßnahmen der Abgrenzung von Al-Manar zu beraten, hockte in Beirut die Friedrich-Ebert-Stiftung mit den Al Manar- Betreibern zusammen; nicht jedoch um sich abzugrenzen, sondern um einen »Wandel durch Annäherung zu ermöglichen«, wie die FES in einer Pressemitteilung schrieb.

Von Zeesen bis Beirut: Warum hatten sich im Jahr 2002 die antisemitischen Gotteskrieger mit ihrer Konferenzidee ausgerechnet an Berlin gewandt? Die Antwort ist kein Geheimnis. Deutlich genug schwärmte Udo Steinbach, der Leiter des Deutschen Orient-Instituts in Hamburg, von der »Nachwirkung jener Sympathie, die Deutschland traditionell in der gesamten Region entgegengebracht wird«. Das ideologische Fundament dieser Sympathie wurde maßgeblich von Radio Zeesen und der prodeutschen Orientierung des Mufti gestärkt. Knüpft deutsche Außenpolitik an diese »Sympathie« heute an?

In der westlichen Welt pflegt zwar jeder Berliner Diplomat Zweifel an der Aufrichtigkeit der bundesdeutschen NS-»Aufarbeitung« eilfertig zurückzuweisen. In der arabischen Welt aber hat noch kein Berliner Außenpolitiker die dort virulenten Nazi-Sympathien auch nur kritisiert. Stattdessen werden diese beflissen hofiert und das Fortleben eines nationalsozialistisch inspirierten Antisemitismus verständnisvoll akzeptiert. Auf dieser Janusköpfigkeit beruht die deutsche Außenpolitik im Nahen und Mittleren Osten, und sie fährt damit nicht schlecht. Udo Steinbach: »Die Bundesrepublik wird im Nahen Osten weithin als künftige Großmacht« und »als ein Akteur gesehen, der ein Gegengewicht gegen eine allzu dominante amerikanische Machtausübung bilden kann«. Für diesen Status nimmt man den Beifall für Bruder Hitler offenkundig in Kauf.

Der Jude sei das Übel der Welt, erklärt heute das islamistische Progamm im Einklang mit jenem früheren aus Zeesen. Die Frage, ob deutsche Außenpolitik das Fortleben dieser Tradition hofieren oder ob sie damit brechen will, lässt verschwommene Antworten nicht zu. Schon der Verzicht auf Klarheit ist gleichbedeutend mit Komplizenschaft. Oder in den Worten Leon Poliakovs: »Wer den Antisemitismus in seiner primitiven und elementaren Form nicht anprangert, und zwar gerade deshalb nicht, weil er primitiv und elementar ist, der muss sich die Frage gefallen lassen, ob er nicht dadurch den Antisemiten in aller Welt ein Zeichen heimlichen Einverständnisses gibt.«

Gekürzter Vorabdruck aus Doron Rabinovici, Ulrich Speck und Natan Sznaider (Hg.): »Neuer Antisemitismus? Eine globale Debatte«. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2004, 350 S., 12,50 Euro. Das Buch erscheint dieser Tage. Die vollständige Fassung des abgedruckten Textes einschließlich der Quellennachweise findet sich unter: www.matthiaskuentzel.de