Bei dem Pogrom von extremistischen Kosovo-Albanern an der serbischen Minderheit im März dieses Jahres, bei dem mindestens 19 Menschen ums Leben kamen, spielte die Bundeswehr keine allzu rühmliche Rolle. So beklagten sich deutsche Uno-Polizisten nach dem Pogrom, dass sie in der Auseinandersetzung mit kosovo-albanischen Gewaltätern von der Bundeswehr im Stich gelassen worden seien. Doch dieser Vorwurf erscheint harmlos gegen das, was in der vorigen Woche das ZDF berichtete. Nach Informationen des Fernsehsenders soll der Bundesnachrichtendienst (BND) bereits Wochen vor den Ausschreitungen über einen bezahlten Informanten von dem geplanten Pogrom erfahren haben. Bei dem Informanten soll es sich um den Islamisten Samedin Xhesairi handeln, der seit Ende der neunziger Jahre in der kosovo-albanischen Guerillatruppe UCK kämpfte und auch an den Kämpfen der Guerilla gegen die mazedonischen Regierungstruppen im Frühjahr 2001 beteiligt gewesen sein soll. Dem ZDF zufolge unterhält er Verbindung zu al-Qaida.
Die Bundesregierung dementierte am Freitag, dass der BND derartige Informationen »vorenthalten oder unterschlagen« habe. Zu dem Vorwurf, dass der BND über einen Informanten in den Kreisen kosovo-albanischer Extremisten verfüge, die das Pogrom vom März organisiert hatten, wollte sich Regierungssprecher Bela Anda nicht äußern.
stefan wirner