Echte Grüne

Wahlkampf der Grünen in Schleswig-Holstein

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»Bündnis 90/Die Grünen machen Politik für und mit Menschen«, sagen sie, allerdings mit solchen, die es gar nicht gibt. Der schleswig-holsteinische Landesverband, der die »Erfahrungen und Wünsche« von 15 Personen seinem Wahlprogramm voranstellte, musste in der vergangenen Woche eingestehen, dass diese frei erfunden seien. Ein Rechercheteam der Jungle World fand die echten Wählerinnen und Wähler der Partei.

Udo Langbein (34), Ingenieur: Vor acht Jahren hatte ich mit meinen Freunden eine völlig verrückte Idee: aus Scheiße Geld machen. Was uns wirklich erstaunt hat: Wir haben Fördermittel bekommen, und zwar nicht zu knapp. Jetzt produzieren wir Scheiße ohne Ende und werden sogar reich dabei. Ich bin der Meinung: Grün wirkt.

Franz Kellermann (45), Industriemechaniker in Brokdorf: Mein Arbeitsplatz ist sicher. Und der von meinem Sohn auch. Wir müssen uns keine Sorgen machen.

Franz Joswig (52), Unternehmer: Endlich mal den Gewerkschaften eins auf die Mütze. Arbeit ist doch genug da, bloß keiner, der sie umsonst macht. Und das kriegen wir jetzt hin mit Hartz IV. Ich hoffe nur, dass Hartz V auch noch kommt. Denn es muss weitergehen mit die Reformen. Deshalb wähl’ ich die Grünen. Die sind der Reformmotor.

Irina Taler (47), Besitzerin eines Ökoladens: Seit fast 15 Jahren betreibe ich meinen kleinen Laden in Kiel und habe eine große Stammkundschaft. Uns verbindet die Liebe zur Natur und zu gesunder Ernährung. Was man im Supermarkt kaufen kann, das kommt doch alles aus Amerika und macht krank und fett. Schon kleine Kinder kriegen heutzutage diesen künstlichen Fraß. Eltern, die mit ihren Kindern bei McDonald’s essen gehen, sollte man wegsperren.

Bayram Karamollaoglu (ca. 52): Grün viel gut. Islam auch grün. Wenn Grüne mache Regierung, wir könne privat arbeite und kriege Arbeitslosgeld und Kindergeld für ganze Sippe in Türkiye. Und wir auch Deutschepass. Alles nix Problem. Wenn Tochter verkauft und mache Hochzeit, grüne Ministerin tanze bei uns mit Bauch und sage: Schön Multikulti. Und wir sage: Bravo, Grün!

Sonja Auerbach (28), vierfache Mutter: Die Kinder sind unser ganzes Glück. Vor allem die Wirtschaft braucht unsere Kinder! Wer soll sonst später die Rente zahlen? Die Kleinste geht schon in die Kita, und ich habe meinen Minijob. Bis Nummer 5 kommt.

Franz Muxenbacher (47), arbeitslos:

I bin aas Bayern. De Schwoarzen regian uns scho allaweil. Nachha hob i mia denkt, etzt reichts. Bine auf nach Schleswich-Holstein. A Bier gibts dou nämle aa. Und koa Orbait emso. Hauptsaach gsund, denk i mia allaweil.

Horst Hobel (57), Polizeibeamter: Sagen wir’s offen: Früher war das schon unangenehm, als wir das Gesocks immer von der Straße wegschlagen, äh, wegtragen mussten, aber mit der Zeit haben die Grünen bei uns »Grünen« richtig was dazugelernt. Die greifen heute selber richtig durch und machen da keine Sperenzchen mehr. Alle Achtung! Und unsere Schlagstöcke … das neueste Modell! Vom Feinsten!