Louis Eppolito wuchs im Milieu der New Yorker Mafia auf, sein Vater war als »Fats the Gangster« bekannt. Doch der tapfere Louis wechselte die Seiten, wurde Polizist und spezialisierte sich auf die Bekämpfung des organisierten Verbrechens. Die New Yorker Presse lobte den »harten Cop«, der mehrfach ausgezeichnet wurde.
Eine schöne Geschichte. Eppolito beschreibt sie in seinem Buch »Mafia Cop«, und er stellte sein Expertenwissen auch Hollywood zur Verfügung. In Martin Scorseses »Good Fellas« spielte er Fat Andy, und Robert De Niro ließ sich von ihm einige Ratschläge über das Verhalten eines Mafioso geben.
Nun sind jedoch Zweifel aufgekommen, ob Eppolito wirklich der »ehrliche Cop« war, als der er sich im Untertitel seines Buchs bezeichnet. Gemeinsam mit Stephen Caracappa wurde er Anfang März in Piero’s Restaurant in Las Vegas verhaftet. Den beiden mittlerweile pensionierten Polizisten werden unter anderem acht Morde, mehrere Mordversuche, Drogenhandel und Geldwäsche vorgeworfen.
Mit einem Grundgehalt von 4 000 Dollar pro Monat soll Eppolito seine Tätigkeit für die Familie Luchese begonnen haben. Hinzu kamen Leistungsprämien für ihn und Carapacca, unter anderem 65 000 Dollar für den Mord an Eddie Lino. Nach Angaben des Informanten, dessen Aussagen zur Verhaftung führten, war das Duo aber auch freiberuflich tätig und beendete geschäftliche Streitigkeiten in New York durch mehrere Morde.
Diese Einkünfte ermöglichten es Eppolito, sich am Siver Bear Way in Las Vegas eine Villa zu kaufen, Carapacca erwarb ein Haus auf der anderen Straßenseite. Beide waren beliebt in der Vorstadtsiedlung. Eppolito gab Parties, bei denen auch Darsteller der Mafia-Serie »Die Sopranos« anwesend gewesen sein sollen. Offenbar hoffte er auf eine Fortsetzung seiner Karriere in Hollywood. Nun sind die Chancen gestiegen, dass seine Lebensgeschichte verfilmt wird. Die Hauptrolle wird er vermutlich nicht spielen können, aber er dürfte ausreichend Zeit haben, sein Buch zu aktualisieren.
jörn schulz