Der unterfränkische Bezirksvorsitzende der NPD, Uwe Meenen, hat im bayerischen Grafenwöhr eine Tennishalle gekauft. Ein Gespräch mit Helmuth Wächter (SPD), dem Bürgermeister der Stadt.
Was bedeutet der Kauf der Tennishalle für die Stadt?
Wir sind schockiert von dieser Entwicklung. In diesem Bereich wurde im vergangenen Jahr für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger ein großer Sportpark errichtet. Dort ist auch ein städtisches Waldbad vorhanden, es gibt auf der anderen Seite einen Tennisclub und eine Schießsportanlage, also insgesamt ist das ein Ort für Freizeit, Sport und Erholung. Die Tennishalle war dort vor vielen Jahren das Besondere. Sie entstand zur Zeit des Booms wegen Steffi Graf und Boris Becker.
Dieses Areal ist für sportliche Ereignisse vorgesehen und im Flächennutzungsplan auch so festgeschrieben. Nun haben wir zusätzlich von Seiten der Stadt den Flächennutzungsplan erweitert und wollen über das Bebauungsplanverfahren das eine oder andere noch stärker sanktionieren und u.a. auch diese Tennishalle nur für Tennis oder Sport genehmigen.
Das hieße, dass die NPD sie nicht für politische Veranstaltungen nutzen könnte?
Das ist richtig. Das verfolgen wir zielstrebig weiter.
Wie konnte es passieren, dass ein NPD-Mitglied diese Halle erstand?
Die Halle war in Privatbesitz. Der Besitzer wollte sie dann an den Mann bringen, damit er Cash sieht. Es gab noch einen anderen Interessenten, den hat aber leider die Bank nicht so unterstützt, wie wir es gerne gesehen hätten. Dann hat der Eigentümer gedacht, die NPD wäre gerade das Richtige und hat verkauft.
Er wusste, an wen er verkauft?
Ja. Mit Sicherheit.
In Grafenwöhr befindet sich ein Truppenübungsplatz der US-Armee. Gab es von dieser Seite Reaktionen?
Nein, aber sie beobachten das. Ich habe sie sofort unterrichtet, was da beabsichtigt ist.
Wie nahm die Bevölkerung die Geschichte auf?
Die Bevölkerung ist schockiert, wie der Bürgermeister auch, und unterstützt uns und sagt, dass alles getan werden soll, dass die nicht kommen.
interview: stefan wirner