27.04.2005

LeserInnenworld

Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe gekürzt zu veröffentlichen. Zuschriften bitte an: briefe@jungle-world.com oder per Post an die Redaktion.

Jungle World, 14/05: Wie im Osten

Dortmund ist Antifa

Mit dem Artikel zum Mord an Thomas Schulz in Dortmund habt ihr uns und euch einen Bärendienst erwiesen. Er vermittelt das Bild einer »national befreiten Zone«, die trotz des Mordes und der Drohungen gegen vermeintliche Antifas bisher nur in den Köpfen der Neonazis existiert. Die organisierte Dortmunder Neonazi-Szene besteht, trotz reger Aktivitäten und einem kurzfristigen Mobilisierungspotenzial von bis zu 80 Personen, aus einem überschaubaren Kreis zumeist bekannter Personen. Anders als im Artikel behauptet, waren weder der DGB noch das Diakonische Werk an der Vorbereitung der von lokalen Antifa-Gruppen organisierten und mit über 4 000 Menschen sehr gut besuchten Demonstration am Samstag nach dem Mord beteiligt. Mit Bezug auf den Artikel feiern Neonazis im Internet das vermeintliche Eingeständnis der Schwäche lokaler antifaschistischer Strukturen.

antifas aus dortmund

Jungle World, 15/05: Thema

Anti- AKW

Ihr schreibt zu Recht, dass sich viele entweder von Rot-Grün haben einlullen lassen oder resigniert haben und daher kaum jemandem auffällt, dass der Atomausstieg längst nicht gesichert ist. Leider wurde in dem Artikel darauf verzichtet, zumindest ein wenig darauf einzugehen, was ganz aktuell (anti-)atompolitisch läuft. Uns steht bspw. ein Transport von insgesamt 18 Castorbehältern aus dem Forschungsreaktor in Rossendorf bei Dresden in das zweite deutsche Zwischenlager Ahaus bevor. Der Transport wurde nur durch örtliche Initiativen der Öffentlichkeit bekannt. Kleine Aktionen gegen diese geplanten Transporte haben zu einer Verschiebung des Transporttermins auf den Zeitraum vom 27. Mai bis zum 12. Juni geführt. Es sind nicht nur Proteste in Dresden und Ahaus geplant, sondern auch auf und an der Transportstrecke.

florian kollmann

Jungle World, 09/05: Liebe Julia

Allertiefstes Niveau

Habt ihr noch alle Tassen im Schrank? Wie könnt ihr die privaten Hasstiraden eines frustrierten Regiestudenten gegen eine Schauspielerin abdrucken? Dass dieser Florian Scheibe gegen unsere Filme polemisiert ist eine Sache. Nicht angenehm, aber damit kann man leben. Aber diesem Ekel erregenden Rachefeldzug gegen eine persönliche Bekannte eine Plattform zu geben, ist allertiefstes Niveau. Außerdem ist es unglaublich feige, so gegen eine Schauspielerin vorzugehen, die sich nicht wehren kann. Ihr gebt einem feigen Stalker die Möglichkeit, sich vor tausenden Menschen für seine verletzten Gefühle zu rächen, ist euch das klar? Passt das zum Ethos einer kritischen linken Zeitschrift? Ist das noch Journalismus?

hans weingartner und marc rothemund