25.05.2005

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Es ist vollbracht. Der erste Schritt ist getan. Das rotgrüne Unrechtsregime steht kurz davor, gestürzt zu werden. Das Zentralorgan der Bundesregierung, die taz, heult schon: »Die Niederlage im Herbst« scheine »fast unabwendbar«. Wir aber reiben uns derweil die Hände, denn alles neu macht der Mai, und eine regelmäßige Auswechslung des Feindbilds kann nicht schaden. Das bringt frischen Wind auch in unsere Redaktionsräume. Deutschland wird schwarz. Die Toscana-Fraktion hat ausgedient, jetzt kommt die Rohrstock-Fraktion.

Und wenn im Herbst, bei der Bundestagswahl, alles rund läuft, wird unsere Angie, die eiserne Lady aus dem mecklenburgischen Ödland, die erste deutsche Bundeskanzlerin. Die Sozis können mitsamt ihren Heuschrecken, Menschenrechtskriegen und Arbeitsagenturen einpacken, Parvenus wie Fischer und Schröder können sich in der Batschkapp oder bei VW um Billigjobs bewerben. Jetzt kommen wieder Profis dran. Deutschland wird praktisch befreit sein. Die Kapitalismusmaschine wird auf Hochtouren schnurren, dass es nur so eine Art hat. No Stop Sign, no Speed Limit. Das wird sehr lustig werden. Otto Schily wird einem dann, beim nostalgischen Rückblick, erscheinen wie der letzte linke Minister.

Da wir aber eine antizyklisch funktionierende Redaktion sind und stets gegen den Zeitgeist arbeiten, um schneller als alle anderen wieder ganz vorne zu sein, ist unser Geschäftsführer mit einem unserer Redakteure erst mal in den Urlaub gefahren, und zwar … pfeilgrade in die Toscana, in das Häuslein der Eltern einer unserer Kolleginnen. Mit dem Auto unserer Praktikantin.

Dort sitzen die beiden vermutlich gerade zwischen Zypressen und geleerten Chiantiflaschen in der Abendsonne, knabbern am Parmesan und lassen ihren Blick über die Weite der Landschaft streifen.

Sie sehen, unsere Mitarbeiter sind auch im Urlaub im Dienst und nicht untätig. Während die rotgrüne Bande dort unten schon die Koffer packt und ihren Gang ins Exil plant, beziehen sie dort ein Häuslein, um schon mal die Weltrevolution zu planen.

Doch zurück zur Bundestagswahl, die wir kaum noch erwarten können.

Drei Fragen haben wir an dieser Stelle nämlich doch noch. Kann jetzt Deutschland nächstes Jahr überhaupt noch Fußballweltmeister werden? Wird Dr. Helmut Kohl jetzt endlich König von Deutschland (»Die Rückkehr des Giganten«)? Und welches Ministeramt wird Roland Koch (»Die toten Augen von Hessen«) bekommen? Wir freuen uns schon auf eine zünftige Zeit und sind sehr gespannt auf die zu erwartenden »Reformen«. Es ist schön, die einzige Zeitung zu machen, die jede Regierung stürzen will.