25.05.2005

LeserInnenworld

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Jungle World, 19/05: Unschuld und Abwehr

Zu ungenau

Für mich ist substanziell wichtig, dass gegen Antisemitismus Stellung bezogen wird. Ebenso bin ich über biographische Reflexionen erfreut, man erfährt ja selten Genaueres darüber, was linke Deutsche zu ihren Ansichten bewegt. Den Gestus des Artikels aber finde ich erdrückend, weil wenig differenzierungsbereit. So finde ich z.B. völlig nachvollziehbar, dass von jemandem, der viele Kontrahenten pauschal als Antisemiten beschimpft, einen unerträglichen Diskussionsstil pflegt, möglicherweise ein Ausschluss aus der Debatte gefordert wird. Wenn sich wiederum eine Person in der Debatte als Jüdin »besonders schlecht« fühlt, ist das, wie der Autor hier suggeriert, auf eine indifferente oder eher eine übertrieben aufgeregte Diskussionshaltung der Kontrahenten bezogen? Und dass die Debatte eine um die eigene Identität deutscher Linker ist – wer wollte das bestreiten? Aber Küntzel möge sich hier bitte mit einbeziehen, seine New-York-Episode belegt dieses Ringen doch eindrucksvoll. Am dargestellten Stiftungsverhalten mag man Unklarheiten oder Fehleinschätzungen erkennen, aber beim besten Willen kein Debakel.

basil méry

Jungle World, 18/05: Thema und Veranstaltung

Fest in westdeutscher Hand

Mir kam die Veranstaltung im Grünen Salon höchst gespenstisch vor. Wer ernsthaft dafür plädiert, dass die Nazis am 8. Mai durchs Brandenburger Tor marschieren sollten, wer sie allein nach Prozentzahlen beurteilt, der gehört zu jenen Geistern, die schon einmal Hitler mit ermöglicht haben. Das Unbehagen setzt sich beim Lesen der Zeitung fort. Unwissen wird durch die indoktrinierte Propaganda des kalten Krieges ersetzt. Anti-DDR-Polemik bei gleichzeitiger Vasallentreue zu den USA und deren Verbündeten. Das Unvermögen der Westdeutschen, sich kritisch mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen, vermittelt das Bild einer Gesellschaft im Gleichschritt. Auch Richard Gebhardt kommt in seinem gut und kompakt geschriebenen Beitrag nicht ohne Anti-DDR-Propaganda aus. Doch was kann man von einer westdeutschen Zeitung erwarten? Nichts! Eine ostdeutsche Medienlandschaft wurde vernichtet. Alles ist fest in der Hand der Westdeutschen.

h.-j. schmidt

Jungle World: Männer

Ausgezählt

24 Artikel von Männern in der Ausgabe Nummer 19, 20 in den Nummern 17 und 18. Braucht es Gender-Mainstreaming in der Jungle World? Oder eine Rubrik »Frauen fragen, Männer antworten«? Habt ihr alle brav Butler gelesen und deshalb kein schlechtes Gewissen mehr?

gelini