Die Es-nicht-besser-Verdienenden

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Die Frage, was die SPD will und wofür sie steht, stellt sich seit Jahrzehnten niemandem mehr – außer der SPD selber, die Partei der Es-nicht-besser-Verdienenden. Ihre Verzweiflung muss groß sein, wenn sie sich entschlossen hat, einen inhaltlichen Wahlkampf zu führen. Mit Argumenten, Frage und Gegenfrage und Textbalken, die wie mit Heftpflaster aus den fünfziger Jahren auf Pappkarton geklebt sind und, mit wenig Phantasie, an die Filme jener Zeit erinnern, in denen Erpresserbriefe mit handausgeschnittenen Zeitungsbuchstaben ein schauriges Verbrechen heraufbeschwören.

Vielleicht muss man auch noch weiter zurückgehen, denn Schwarz-Weiß-Rot, die Palette der Plakate, sind die Farben des Kaiserreichs. Dort scheint die Partei tatsächlich stehen geblieben zu sein. Ihr Wahlkampf ein Stellungskrieg: auf der einen Seite sie, auf der andern die »anderen«. Alles steht, und es steht »für« etwas, und das vor einem Hintergrund, der einfach nur grau in grau ist.

Ein düsteres Phlegma geht aus von diesen Tafeln, die Stimmung von Wasser und Brot, ein schwungloser Schwung. Traurig. Aber ja wahr.

rayk wieland